Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Hanse Merkur Vorstand Sautter: “Pluralität der Vertriebswege stärken”

27.05.2014 – SautterDer direkte Draht zu Eberhard Sautter. Der designierte Vorstandsvorsitzende der Hanse Merkur wird heute dabei sein, wenn Vorgänger Fritz Horst Melsheimer zum letzten Mal die Bilanzzahlen präsentiert. “Eine Einarbeitung wird nicht nötig sein. Wir arbeiten bereits seit zwölf Jahren vertrauensvoll zusammen”, erklärt Sautter im exklusiven Interview mit VWheute.

“In unterschiedlichen Positionen haben wir so peu à peu und gemeinsam die Hanse Merkur weiter entwickelt”, führt der Diplom-Mathematiker und IT-Fachmann aus, der – die Zustimmung der Gremien vorausgesetzt – Ende Juni der neue Vorstandsvorsitzende der Hanse Merkur wird.

VWheute: Können wir also von Kontinuität ausgehen?

Eberhard Sautter: Es wird wie bis dato darum gehen, die Hausaufgaben zu machen, dabei innovativ zu sein und den Blick auf den Kunden zu richten. Im übrigen hilft hier auch das gute Feedback vom freien Vertrieb. Unsere Kernkompetenz liegt in der Krankenversicherung mit Voll- und Zusatztarifen, unsere weiteren zentralen Standbeine sind und bleiben die Lebens- und Reiseversicherung sowie die SHUK-Tarife.

VWheute: Sie sind die einzigen, die die sogenannten Billig-Tarife in der PKV anbieten. Werden Sie diese Strategie weiterführen?

Sautter: Andere bieten diese Tarife auch an, der Name wird nur vermieden. Im übrigen gefällt mir die Bezeichung “Billig-Tarif” nicht wirklich. Das wertet nämlich auch die Menschen ab, die sich für das Produkt entscheiden. Es geht hier um Tarife für Leute, die sich ihren Versicherungsschutz aktiv gestalten, bewusst leben und sich dies entsprechend honorieren lassen. Das Hausarztmodell beispielsweise hat hier eine steuerende, lenkende Wirkung zum Nutzen aller. Die gesellschaftliche Entwicklung geht in diese Richtung, sich aktiv auch um seine Gesundheit zu kümmern. Es geht hier um ein neues Anreizsystem. Billig ist das nicht, billig ist mitunter nur die Art und Weise, wie sich mit dem Thema auseinandergesetzt wird.

VWheute: Gestatten Sie uns doch einen kleinen Blick auf die heutige Bilanz-Pressekonferenz. Was können Sie uns verraten?

Sautter: Nur so viel: 2013 war ein sehr gutes Jahr. Wir blicken bei der PK wahrscheinlich auf das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Davon hatten wir ja einige in den vergangenen Jahren. Garanten der schönen Beitragsentwicklung waren die Leben, die SHUK-Tarife und die Reiseversicherungen, etwas weniger die Krankenversicherungen. Hier wird sich der Markt aber nach den zwei Jahren Verunsicherungen durch politische Pläne wie die Bürgerversicherung beruhigen. Da können wir ziemlich sicher sein, denn 2015 stehen keine Wahlen an. Auch präsentierte die GKV jüngst einfach zu gute Zahlen.

VWheute: Und welche Aufgaben sehen Sie in der näheren Zukunft?

Sautter: Die Pluralität der Vertriebswege, auch einer unserer Erfolgsgaranten, gilt es zu stärken. Hier wird es auf den Ausschließlichkeitsvertrieb ankommen. Die Sach- und Reiseversicherung zu stärken, geht am besten über die Ausschließlichkeit. Hier können auch die Provisionsdeckelung oder verlängerte Stornohaftzeiten am ehesten verkraftet werden. Freie Vertreter geraten hier schneller unter Druck. Es geht darum, mit gutem Vertrieb stets das etwas bessere Risikokollektiv aufzuweisen. Wir sind gut aufgestellt und auch langfristig wird unser Portfolio inklusive Lebensversicherung erfolgreich bleiben.

VWheute: Inklusive Leben? Aktuell jagt eine Horrormeldung die nächste. Ist hier die Hanse Merkur auf der Insel der Glückseligen?

Sautter: Natürlich wird dieser Bereich wachsen. Tatsächlich können wir sagen, dass vertriebliche Schwächen der Neunzigerjahre sich für uns hier positiv auswirken. Wir haben unseren stärksten Zuwachs im vergangenen Jahrzehnt und so liegen unsere Garantien im Schnitt bei sechs bis vier Prozent. Der Branchenschnitt liegt bei 24 Prozent. Dieses und nächstes Jahr ist noch etwas spannend, die große Masse der Verträge ist ausfinanziert. Im übrigen profitieren wir auch bei den Einmalbeträgen. Hier geht es schließlich nicht um Kapitalumschichtung im Millionenbereich. Das Gros unserer Kunden hat hier um die 50.000 Euro mit 50 plus einbezahlt, um die private Rente verspätet etwas anzukurbeln. (ku)

Foto: Der designierte Hanse Merkur Vorstandschef Eberhard Sautter. (Quelle: Hanse Merkur)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten