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Große Schadenfälle der Kreditversicherer

05.12.2013 – Im Hinblick auf die Zahl der Unternehmensinsolvenzen lief das Jahr 2013 besser als erwartet. Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) und auch die Kreditversicherer gingen zum Jahreswechsel 2012/2013 noch von einem moderaten Anstieg der Insolvenzfälle im Vergleich zum Jahr 2012 aus. Tatsächlich wird für 2013 mit geschätzten 27.000 Fällen sehr wahrscheinlich sogar eine rückläufige Zahl an Unternehmensinsolvenzen verzeichnet werden können. Die Insolvenzen bleiben damit 2013 im seit 2009 anhaltenden Abwärtstrend und mehr als 10.000 Fälle unter den 2003 und 2004 erreichten Höchstmarken. Wie beeinflusst diese Entwicklung das Geschäft der Kreditversicherer?

Die durch Insolvenzen verursachte Summe der Kreditausfälle entwickelt sich nicht parallel nach unten, sondern wird durch einzelne große Fälle, bspw. Schlecker im Jahr 2012, geprägt. Kreditversicherer schützen Lieferanten davor, dass von einem Kunden erhaltene Waren nicht bezahlt werden kann. Insolvenzen im Handel sind daher besonders kritisch für die Kreditversicherer. Aktuell werfen die Kreditversicherer neben dem klassischen Einzelhandel aber auch zunehmend auf andere Handelssparten einen kritischen Blick. Beispielsweise gab es im laufenden Jahr eine Häufung von Insolvenzfällen bei kleinen und mittleren IT-Großhändlern und -Versendern, bspw. B.Com oder Jet Computer, was keine breite öffentliche Beachtung fand.

2013 legte mit Praktiker wieder ein Handelsunternehmen die größte Insolvenz in Deutschland hin. In Branchenkreisen kursierte relativ rasch nach dem Insolvenzantrag die Aussage, dass die Kreditversicherer bei Praktiker deutlich besser davonkommen würden als bei der Insolvenz von Schlecker. Die Rede war von 50 Millionen Euro Belastung, weniger als die Hälfte des bei der Schlecker-Insolvenz veranschlagten Wertes. Zu den weiteren großen, bekannten Insolvenzfällen im laufenden Jahr gehören unter anderem der Fernsehhersteller Loewe, das Solarunternehmen Conergy und der Stromanbieter Flexstrom. Andere größere Fälle wurden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, bspw. zur Jahresmitte der Insolvenzantrag von Walter Services, einem Anbieter von Call-Center- und Outsourcing-Dienstleistungen mit immerhin 6.000 Mitarbeitern oder die Insolvenz der Großbäckerei Siebrecht, bei der 1.300 Mitarbeiter betroffen waren. (mh)

Link: Die Pleitewelle kommt früher als erwartet, Kreditversicherer spüren Pleitewelle, Welche Unternehmen in Deutschland Insolvenz anmeldeten, Angestellte leiden – Versicherer kaum, Kreditversicherer kommen bei Praktiker-Pleite glimpflich davon, Wachsame Kreditversicherer

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