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Gradmesser für Versicherer-Performance

07.07.2015 – boerse_deserteagleWer die Kursentwicklung von Versicherungsaktien beurteilen will, nimmt in der Regel den Stoxx Europe 600 Insurance zur Hilfe. Die Allianz beispielsweise vergleicht sich mit diesem Index aus der Stoxx-Familie. Stoxx bietet im Prinzip für jedes Land und für jede Branche Indices an. Sie haben zehn Branchen in zehn Supersektoren unterteilt, 41 Sektoren und 114 Subsektoren. Der Stoxx Europe 600 bildet 38 Versicherungsaktien ab.

Er ist damit der wohl umfangreichste Versicherungsindex. Der Dow Jones Insurance Titans umfasst 30 Titel. Der Vorteil: Der Index des traditionsreichen US-Verlagshauses ist global. Neben den europäischen Großversicherern bildet er den Kursverlauf der US-Versicherer Aflac, Allstate, Chubb, Loews Corp. und Travelers ab, aber auch die japanische Mitsui Sumitomo und Tokio Marine sowie die kanadische Power Corporation und die australische QBE finden sich in dem Index wieder. Passiv investieren ist in und dadurch sind Indices zu einem lukrativen Geschäft geworden. Einsam führend sind die Index-Anbieter MSCI (bekannt durch den MSCI World) und S&P (bekannt durch den S&P 500).

Auf die beiden fallen schätzungsweise die Hälfte aller weltweit in Exchange Traded Funds (ETFs) investierten Gelder. Ende des vergangenen Jahres gab es knapp 4.000 passive Fonds. Der MSCI Insurance Index hat sich aber bei weitem nicht so durchgesetzt wie die Konkurrenzprodukte von Dow Jones und Stoxx. Die beiden Indexanbieter liegen im ETF-Geschäft aber nur im Mittelfeld. S&P hat im September 2011 den Versicherungsindex S&P Insurance Select Industry geschaffen.

Immer mehr börsennotierte Gesellschaften lassen für sich individuell einen Aktienindex erstellen. Er soll darstellen, wie sich die hauseigene Aktie im Vergleich zu den direkten Wettbewerbern entwickelt. Die gängigen Indices umfassen selbst im Supersektor Versicherung noch sehr heterogene Unternehmen. Marsh beispielsweise lässt den „Composite Industry Index“ erstellen, der aus den Aktien von Aon, Arthur Gallagher, Towers Watson und Willis besteht.

Im Segment Rückversicherung ist es schwierig, einen passenden Index zu finden. Der U.S. Reinsurance Index von Dow Jones umfasst 16 Aktien, darunter die europäischen Marktführer Münchener Rück und Swiss Re sowie Partner Re, RGA, Renaissance Re, Everest Re und andere. Die Hannover Rück lässt von der Firma Solactive einen „Global Reinsurance Index“ (WKN: SLA1GR) erstellen, der zwanzig Rückversicherer umfasst. Hannover Rück befindet sich ebenso darunter wie Münchener Rück, Schweizer Rück und Berkshire Hathaway. Amlin berücksichtigt der Index, genauso wie Everest Re, Partner Re, White Mountains und XL.

170 ETFs beruhen auf Indices von Solactive. Die Frankfurter Firma erstellt unter anderem den FAZ-Index, der die hundert bedeutendsten Unternehmen umfasst, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben und an der Deutschen Börse gelistet sind. Trotz des sehr umfangreichen Datenmaterials hat sich der FAZ-Index nicht gegenüber dem Dax durchgesetzt.

Der 1988 aus einem Index der Börsenzeitung entstandene Leitindex für deutsche Aktien umfasst nur 30 Titel. (ba)

Bildquelle: Deserteagle

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