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Gothaer-Chef will Provisionsmodelle überprüfen

15.08.2014 – Eichmann_Gothaer“Das LVRG gibt jetzt den Anlass, auch die Provisionsmodelle zu überprüfen. Das ist ein Thema, das wir im Moment unter Hochdruck im Haus diskutieren – und regeln werden”, sagt Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer, im Interview mit Versicherungswirtschaft. Sein Haus hat in der Lebensversicherung zurzeit ein rein abschlussorientiertes Provisionsmodell.

“Für den Markt der Altersvorsorge und der Absicherung sehe ich eine große Zukunft. Und das ist kein Pfeifen im Wald, wenn man an die Probleme der gesetzlichen Sozialversicherungssysteme und die drohende Altersarmut denkt”, so Eichmann auf die Frage wie sich Niedrigzinsphase und Solvency II auf die Leben-Sparte auswirken: “Der Markt und der Bedarf sind da, ebenso das Geld und Vermögen. Es wird uns als Branche weiterhin gelingen, vernünftige Angebote auf die Beine zu stellen – das heißt, in der anhaltenden Niedrigzinsphase bedarf es entsprechender Garantien und Kosten.

VWheute: Wie wollen Sie das Lebensversicherungsgeschäft steuern?

Karsten Eichmann: Aufgrund der Richtungsentscheidungen in der Vergangenheit sind wir bei der Gothaer in der glücklichen Situation, dass 85 Prozent des Neugeschäfts nicht mehr in den klassischen Garantieprodukten abgeschlossen werden, sondern in Absicherungen zur Berufsunfähigkeit, fondsgebundenen Lebensversicherungen und der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Letztere erreicht inzwischen einen Neugeschäftsanteil von einem Drittel. Das Portefeuille ist also schon stark umgesteuert und gut gemischt. Nichtsdestotrotz wird die klassische kapitalbildende Lebens- und insbesondere Rentenversicherung für uns weiterhin eine wichtige Rolle einnehmen. Hier haben die Lebensversicherer durch die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos ein Alleinstellungsmerkmal
gegenüber allen anderen Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen. Wir setzen also weiter darauf, hoffen aber auch auf eine gesetzliche Förderung der bAV.

Und von Produkten mit klassischen Garantien werden Sie sich nicht verabschieden?

Nein. Probleme, unsere Verpflichtungen zu erfüllen, sehe ich nicht. Wenn das Zinsniveau dauerhaft so niedrig bliebe, wie es im April 2014 war, könnten wir unsere bestehenden Verpflichtungen ad infinitum, also für unbegrenzte Zeit, darstellen. Die durchschnittliche Garantiebelastung in unserem Bestand beträgt nach Berücksichtigung der Zinszusatzreserve 3,07 Prozent, gleichzeitig liegen die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen bei 3,83 Prozent

Wie wollen Sie Kosten reduzieren?

Wir arbeiten weiter an den Komplexitätskosten des Konzerns (siehe UNTERNEHMEN). Hier wird es darum gehen, Redundanzen innerhalb des Konzerns zu beseitigen, die Komplexität zu reduzieren und zu konzernübergreifenden Strukturen und Prozessen zu kommen. Ein erster Schritt dazu war die Einrichtung eines COO-Modells, bei dem quer über alle Unternehmensbereiche und Sparten hinweg der First-Level-Service für die Kunden einheitlich organisiert ist.

Das gesamte Interview, geführt von unserer Korrespondentin Monika Lier, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Versicherungswirtschaft (Heft 8/2014).

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