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Rolle rückwärts bei der Generali

07.10.2014 – otte_wolfgangEin Kommentar von VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Es ist die Nachricht des Tages und dürfte Kopfschütteln in der Branche auslösen: Die Generali Deutschland AG verzichtet auf die Gründung einer eigenständigen Vertriebs-AG, in der alle Vertriebswege der Tochtergesellschaft Generali Versicherungen (München) zusammengefasst werden sollten.

Als neue Lösung ist jetzt vorgesehen, die Vertriebswege im Vertriebsressort zusammenzuführen. Auch bedeutet dies jetzt das Ende der Volksfürsorge, die seit 2009 als reine Vertriebsgesellschaft mit angestellten Außendienstlern am Markt tätig war.

In der  Presseinformation der Generali vom 8.5.2014  schwämte noch Versicherungschef Winfried Spies von der „Bündelung der Kräfte mit dem Ziel kontinuierlicher Verbesserung der Kundenberatung auch unter erschwerten Marktbedingungen“. Und Konzernchef Dietmar Meister sprach von der „organisatorischen Aufstellung für die Marktanforderungen von morgen“. Vertriebsvorstand Bernd Felske äußerte sich fast überschwänglich über die starke Marke Generali, „die den Vertrieben den Zugang zu den Kunden öffnet“. Außerdem wurden schon die Namen der wichtigsten Führungskräfte öffentlich genannt, die künftig in der neuen Gesellschaft das Sagen haben sollten.

Die jetzt erfolgte recht lakonische schriftliche Mitteilung an die Mitarbeiter sowie die Partner des Vertriebes, vor allem aber der brisante Inhalt, dürften nicht nur Unruhe in den Vertrieben auslösen, sondern auch weithin auf Unverständnis stoßen. Gründe für das Aufgeben der bisherigen Planungen sollen u. a. nach Insiderinformationen auf einmal finanzielle Unsicherheiten bei steuerlichen Bewertungen sein.

Gerade hatten sich die Außendienste, einschließlich des der Volksfürsorge, mit der Neustrukturierung angefreundet, da kommt die peinliche und schmerzliche Rückrufaktion daher. Die Versicherer rufen in diesen Tagen zum Jahresendgeschäft auf. Interne Richtungsdiskussionen sind immer Gift für gute Vertriebsstimmung. Da klingt die Zukunftsrhetorik „Wir wollen und werden einen schlagkräftigen Vertrieb gestalten und mit Ihnen gemeinsam in eine sichere Zukunft gehen“, nicht sehr motivierend. Über Kosteneinsparungen, die für die Vertriebsgesellschaft mit 30 Mio. Euro beziffert wurden, wird übrigens jetzt gar nichts mehr ausgesagt (siehe Vertrieb).

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