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“Gewerbegeschäft ist ein Wachstumsmarkt”

10.06.2016 – rainer_brand_domcuraDie Domcura AG (Kiel) kooperiert u.a. mit über 5.000 Maklern sowie Maklerpools und Versicherungsportalen. Für die Domcura-Gruppe, die mehrheitlich zur MLP-Gruppe gehört, sind rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte sprach mit dem für Produkte verantwortlichen Vorstandsmitglied Rainer Brand über die aktuellen Entwicklungen und Pläne des Maklers.

VWheute: Ist ein Assekuradeur-Modell noch zeitgemäß?

Rainer Brand: Unser Assekuradeur-Geschäftsmodell ist mehr denn je zeitgemäß. Gerne sprechen wir im Hinblick auf unsere Tätigkeit auch von einer Manufaktur. Wir haben beide Ohren ganz nah am Vertriebsgeschehen und pflegen einen engen Kontakt zu unseren Vermittlern. Dieses kommt uns gerade im Hinblick auf die Entwicklung neuer und innovativer Produkte zu Gute. Markttendenzen werden frühzeitig erkannt und gemeinsam mit unseren Risikoträgern in ein entsprechendes Premium-Deckungskonzept umgesetzt. Ähnlich wie bei den meisten klassischen Manufakturen haben wir einen sehr hohen Qualitätsanspruch, den wir im Sinne des Kunden, des Vermittlers und natürlich auch im Sinne des Risikoträgers verwirklichen. Als Assekuradeur können wir hier in der Regel deutlich schneller handeln als beispielsweise ein Versicherer.

VWheute: Sie haben ein neues Gewerbe-Konzept vorgelegt. Wie unterscheidet sich Ihr Angebot von denen des Marktes?

Rainer Brand: Mit dem Domcura Gewerbekonzept versetzen wir den Vermittler in die Lage, einen einfachen und unkomplizierten Weg in das gewerbliche Geschäft, wohlgemerkt in einen Wachstumsmarkt, zu finden. Über den Domcura Gewerberechner hat er die Möglichkeit, aus mehreren Gesellschaften den passenden Versicherungsschutz für kleine und mittelständische Unternehmen auszuwählen. Das zugrundeliegende Bedingungswerk ist dabei bereits nach vordefinierten Standards geprüft.

Nach Auswahl der jeweiligen Betriebsart gelangt er mit nur wenigen Klicks zu den Prämien beispielsweise der Betriebshaftpflicht- und Inhaltsversicherung. Unser Ansatz geht aber noch viel weiter, weil wir verstanden haben, dass der Vertriebspartner in den meisten Fällen für das gewerbliche Geschäft “abgeholt werden”, sprich: unterstützt, werden möchte.

Dafür steht ihm unser kompetentes Backoffice mit Rat und Tat zur Seite. Übrigens auch dann, wenn die Risiken sich so individuell zeigen, dass sie nicht über den Gewerberechner dargestellt werden können. Für diese Fälle haben wir bei der Domcura AG entsprechende Zeichnungsvollmachten. Sie sehen, wir bieten Lösungen aus einer Hand und machen es dem Vermittler dabei so schnell und einfach wie möglich.

VWheute: Sie sprechen von einer Feinschmecker-Police für den Nahrungsmittel-Sektor. Warum braucht diese Branche besondere Deckungs-Konzepte?

Rainer Brand: Ganz einfach. Weil der Bedarf nach einem risikogerechten Schutz da ist. Vergleichen Sie die städtischen Fußgängerzonen von vor etwa 20 Jahren mit denen heutzutage, dann fallen zwei Dinge vor allem auf. Zum einen musste der klassische Einzelhandel immer stärker größeren Ketten weichen und zum anderen, und das ist hier der entscheidende Punkt, gibt es immer mehr Cafés, Bäckereien und so weiter. Für uns war schnell klar, dass man für die Risiken in diesem Segment, hier geht es um spezielle Anforderungen, die beispielsweise aus dem Herstellungsprozess oder dem gastronomischen Betrieb resultieren, ein leistungsfähiges Versicherungspaket schnüren sollte. Das haben wir mit der Domcura Feinschmecker-Police getan. Hier bei uns im Norden kann übrigens auch der Fischhandel unter den Schutz des fangfrischen Konzeptes schlüpfen.

VWheute: Was sind aus Ihrer Sicht im Haftpflicht- und Betriebsinhaltsbereich die größten Risiken für die Unternehmen?

Rainer Brand: Die Risiken sind zu vielschichtig und facettenreich, um einzelne hervorzuheben. Grundsätzlich aber geht es um Fragen der Betriebshaftpflicht- und Inhaltsversicherung, nicht zu vergessen der große Bereich der Umweltrisiken wie Öltanks etc. Auch die Nutzung von Internet-Technologien und die damit verbundenen Risiken rücken immer stärker in den Fokus. Wichtig ist, jeden Betrieb so zu analysieren, dass die individuelle Risikolage exakt herausgearbeitet und damit transparent wird. Eine individuelle Risikoabsicherung und –begleitung ist dann die Lösung.

VWheute: Stichwort Vermögensschäden für Versicherungs-, Finanzvermittler und Finanzdienstleister. Worauf muss diese Gruppe beim Versicherungsschutz besonders achten?

Rainer Brand: Dieses Jahr steht unter dem Einfluss der neuen Pflichtversicherung für Verbraucher-Immobiliardarlehensvermittlung. Wenngleich Inhaber einer Alterlaubnis Zeit bis zum 20.03.2017 haben, um sich um die Erlaubnis und den VSH-Schutz zu kümmern, stellen wir bereits jetzt starkes Interesse an der entsprechenden Absicherung fest. Sicherlich werden wir Anfang nächsten Jahres noch einen zusätzlichen Run erleben.

Daneben wird die Diskussion momentan bestimmt von zusätzlichen Dienstleistungen, die durch die Vermittler ihren Kunden angeboten werden, hier seien nur exemplarisch Generationenberatung oder auch Nettolohnoptimierung genannt. Derartige Dienstleistungen sind nicht von vornherein in den klassischen VSH-Konzepten für Vermittler enthalten.

Wir als Anbieter von vier unterschiedlichen Deckungskonzepten für Vermittler bieten Absicherungsmöglichkeiten unterschiedlicher Ausprägungen und reagieren natürlich auf zusätzliche Bedarfe in der VSH, nicht nur durch die Deckungskonzepte, sondern auch durch die kompetente Beratung unseres VSH-Expertenteams.

VWheute: Sind die am Markt angebotenen D&O-Versicherungen, die Managerhaftung nimmt immer mehr zu, überhaupt noch zeitgemäß?

Rainer Brand: Hier gilt es, zu differenzieren. Was die Deckungsinhalte angeht, so haben wir in den letzten Jahren einen Wettlauf um Deckungserweiterungen erlebt. Einige Deckungserweiterungen sind dabei vielleicht eher kritisch zu sehen, da der Charakter der D&O-Versicherung droht, verloren zu gehen, z.B. Kosten eines PR-Beraters oder Gehaltsfortzahlung. Stand heute gibt es aber eine hohe Nachfrage nach derartigen Leistungen. Deshalb aktualisieren auch wir gerade unser D&O-Konzept.

Zudem bestehen noch Unterschiede zwischen den Bedingungswerken der Anbieter, z.B. in welcher Form der Versicherungsschutz im Insolvenzfall fortbesteht oder wie die Ausschlüsse Vorsatz und wissentliche Pflichtverletzung formuliert sind. Hier geht es jedoch schon sehr in die Tiefe und es kommt auf eine kompetente Beratung an, die wir natürlich unseren Kooperationspartnern anbieten.

Grundsätzlich gilt: Eine D&O-Versicherung ist wichtig und bietet angemessenen bzw. guten Schutz für die typischen Haftungsszenarien – wohlgemerkt im Bereich der echten Vermögensschäden. Wie lange die Prämien auf einem Tiefststand bleiben werden, bleibt abzuwarten. Mitunter ist die Straf-Rechtsschutz-Versicherung schon teurer, als die D&O-Versicherung.

VWheute: Wann kommt Domcura mit einer Cyber-Deckung?

Rainer Brand: Einige Anbieter in Deutschland machen bereits die ersten Erfahrungen. Was für die D&O-Versicherung gilt, gilt für die Cyber-Versicherung umso mehr. Prämienniveau und Deckungsumfang stehen in einem gewissen Spannungsverhältnis. Es wird ja nicht nur eine Cyber-Haftpflichtversicherung geboten, sondern auch eine Eigenschadenkomponente mit zum Teil umfangreichem Kostenschutz für Beratungs- und Forensikleistungen. Die Produktwelt der DOMCURA zeichnet sich dadurch aus, dass nicht nur die jeweiligen Deckungsinhalte vorbildlich und marktführend sind, sondern in der Regel auch dadurch, dass die Produkte nachhaltig sind, also nicht nach kurzer Zeit wieder verändert werden müssen. Deshalb beobachten wir die Entwicklungen im Markt für Cyber-Deckung derzeit genau und prüfen eine Einführung.

VWheute: Sie sind seit 2015 ein Unternehmen der MLP-Gruppe. Was ist Ihre Rolle innerhalb der Gruppe dieses Finanzdienstleisters?

Rainer Brand: Erstens können wir unser Geschäft mit mehr als 5000 Maklern und Vermittlern weiter stärken und ausbauen. Denn als Teil der MLP Gruppe haben wir viel bessere Möglichkeiten, in unsere Zukunft zu investieren. Zweitens begleiten wir den weiteren Ausbau des Sachversicherungsgeschäfts für MLP-Kunden. Hier geht es insbesondere um eine intelligente und innovative Prozessabwicklung in einem sehr kleinteiligen Geschäft wie der Sachversicherung. Und last but not least haben wir gemeinsam Potenziale bei der Erschließung gewerblicher Kunden. Nach den ersten Monaten kann ich Ihnen versichern, dass die Zusammenarbeit in allen Themenfeldern sehr gut angelaufen ist.

Bild: Rainer Brand, Produktvorstand der Domcura (Quelle: Domcura)

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