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Gemischte Konjunkturdaten – der Einfluss auf die Versicherungswirtschaft?

31.07.2013 – wolgastVon Michael Wolgast

Am aktuellen Rand deuten jüngste Konjunkturdaten darauf hin, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung möglicherweise schlechter als erwartet ausfallen könnte. So sind die Exporte zuletzt eingebrochen und Auftragseingang und Industrieproduktion waren zuletzt ebenfalls rückläufig. Es stellt sich die Frage, welche Implikationen dies für die Geschäftsentwicklung in der Versicherungswirtschaft haben könnte.

Allerdings besteht kein unmittelbarer, kurzfristiger Zusammenhang zwischen der Entwicklung des BIP und dem Beitragsaufkommen in der Versicherungswirtschaft. Rund 90 Prozent der Versicherungsbeiträge kommen so von den privaten Haushalten. Unabhängig vom BIP sollte sich das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte hier vorerst aber immer noch stabil oberhalb der Inflationsrate entwickeln, die Situation am Arbeitsmarkt und das Konsumklima sind unverändert gut. Auch der Einbruch des BIP in 2009 hatte sich insofern in der Versicherungsnachfrage nur am Rande bemerkbar gemacht. Nur in den gewerblich-industriellen Zweigen der Schaden- und Unfallversicherung spielten Veränderungen des BIP auch kurzfristig eine Rolle, etwa in der Kredit-, Transport- und der industriellen Sachversicherung, auch hier allerdings oft mit einer Zeitverzögerung von etwa gut einem Jahr.

In den privaten Zweigen der Schaden- und Unfallversicherung ist die Versicherungsnachfrage ohnehin in hohem Maße unabhängig von der Konjunkturentwicklung. In der Lebensversicherung spielen eher die Sparquote, die jeweiligen Zinssätze und Veränderungen in der Struktur der Geldvermögensbildung der privaten Haushalte eine Rolle. Überdies sind die Personenversicherungen sehr stark auch durch politische Entscheidungen wie Reform der Altersvorsorge oder im Verhältnis zwischen Privater Krankenversicherung und GKV geprägt. Erst bei einem längeren, nachhaltigen Konjunkturabschwung schlägt die Entwicklung des BIP auch in so starkem Maße auf die wirtschaftliche Lage der privaten Haushalte durch, dass auch die Versicherungsnachfrage hiervon betroffen wäre. Hiervon sind wir aber gegenwärtig noch weit entfernt.

Foto: Michael Wolgast, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft GDV (Quelle: GDV)

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