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GDV will Provisionsexzesse verhindern

21.08.2013 – Mit seinem Vorstoß zur Einschränkung der Provisionen in der Lebensversicherung will der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einem vollkommenen Provisionsverbot vorbeugen. Konkret schlägt der Verband vor, die Provisionen kalkulatorisch auf 35 Promille der Beitragssumme zu beschränken und die Auszahlung der Provisionen auf die ersten zehn Jahre der Laufzeit des Vertrages zu verteilen. Alternativ dazu würden die Abschlusskosten auf 20 Promille der Beitragssumme über die ersten fünf Jahre verteilt, weitere 20 Promille an Abschlusskosten würden dann über den Rest der Vertragslaufzeit an die Vermittler fließen. Gleichzeitig soll eine Provisionsobergrenze gesetzlich festgeschrieben werden. Entweder 35 bis 40 Promille bei zehn Jahren Stornohaftung oder 20 bis 25 Promille bei fünf Jahren Stornohaftung sowie weitere 20 Promille über den Rest der Laufzeit.

Die hohen Einmal-Abschlussprovisionen in der Lebensversicherung würden durch diesen Vorstoß gestutzt, der Anreiz zum schnellen Geschäft nicht mehr so stark ausfallen. In Großbritannien wurde bereits die Zahlung von Provisionen in der Lebensversicherung ganz verboten. Versicherer und Vermittler kämpfen darum, das Provisionssystem in Deutschland zu erhalten. Größte Sorge der Versicherer ist ein Provisionsskandal, wie ihn die privaten Krankenversicherer (PKV) erlebt haben. Weil durch die Einführung der dreijährigen Wechselfrist in der PKV das Neugeschäft abflaute, gelang es Vertriebsorganisationen, die Provisionssätze bei einzelnen Versicherern zu verdoppeln. Am Ende stieß der PKV-Verband eine gesetzliche Provisionsschranke an.
Ähnliches könnte sich auch in der Lebensversicherung wiederholen. Das Neugeschäft schwächelt. Darum könnten Lebensversicherer versucht sein, über höhere Provisionen Vermittler anzulocken. Seit dem Jahr 2005 sinken die Abschlusskosten der Lebensversicherer kontinuierlich. Damals gaben die Versicherer nach Bafin-Angaben 33 Promille des modifizierten Neugeschäfts für den Abschluss aus, im Jahr 2005 waren es nur noch 30,8 Promille. Doch die Abschlusskosten gehen im Markt stark auseinander. Während die Hannoveraner Provinzial Leben nach Bafin-Berechnungen im Jahr 2011 nur 23,7 Promille für den Abschluss ausgab, zahlte der Deutsche Ring mehr als 50 Promille, Arag und Condor sogar mehr als 60 Promille. Die Bafin berechnet den Abschlusskostensatz auf Basis des modifizierten Neugeschäfts (Versicherungssumme), abzüglich der sofort stornierten Verträge. Allianz (44,2 Promille) und Aachen Münchener (39 Promille) liegen über dem Branchenschnitt, R+V (27,8 Promille) und Generali (22,5 Promille) liegen darunter.

Links: BaFin Statistik Erstversicherungsunternehmen, Lebensversicherer wollen Provisionen deckeln

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