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GDV-Positionen zu Solvency II-Solvabilitätsvorschriften

28.10.2013 – Wie die neuen Eigenkapitalvorschriften von Solvency II umgesetzt werden sollen, ist noch völlig offen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) plädiert für ein System, dass deutschen Lebensversicherern erlaubt, ihren Kunden auch künftig langfristige Garantien anbieten zu können. Noch aber ist das Modell weder auf die hohen Marktschwankungen noch auf die Niedrigzinsphase eingestellt.

„Das künftige Aufsichtssystem muss in allen Marktsituationen funktionieren und darf nicht im Widerspruch zum langfristigen Versicherungsgeschäft stehen”, mahnt GDV-Präsident Alexander Erdland. Bei den derzeit diskutierten Änderungen geht es um Begriffe, Fristen und Formeln, also um Details, die große Auswirkungen auf die Berechnung der Solvabilität haben.

Kontrovers wird gesehen, „welchen Zinssatz Versicherer zugrunde legen, wenn sie ihre langfristigen Verbindlichkeiten bewerten. Die künftigen Zahlungen müssen in der Bilanz abgezinst werden. Hier besteht nach Meinung des GDV die Schwierigkeit, dass sich „am Kapitalmarkt über die sogenannte Zinsstrukturkurve nur die Erwartungen der Investoren für die nächsten 20 Jahre ablesen” lässt. Für die Zeit danach gebe es „keine verlässliche Prognosen”. Zwar sind die Annahmen zur Berechnung der Zinsen auf der Basis der Ultimate Forward Rate unstrittig, der die Zinsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte abbildet und um die Prognosen der Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone ergänzt, aber bei den Fristen gibt es Unstimmigkeiten. Es geht um die Frage, ab wann die Versicherer den Langfristzins – aktuell 4,2 Prozent – für die Bewertung ihrer Rückstellungen anwenden sollen. Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa verfolgt den Plan, dass sich die Unternehmen ab dem Jahr 2020 am Langfristzins orientieren, um sich diesem erst innerhalb von weiteren 40 Jahren schrittweise anzunähern. Für den GDV ist dieser Vorschlag „nicht praktikabel”. Denn je später die Lebensversicherer „den Langfristzins in voller Höhe ansetzen dürfen, desto höhere Rückstellungen müssen sie bilden”, heißt es dort. Der GDV dringt deshalb darauf, die Zinsstrukturkurve innerhalb von zehn Jahren an den Langfristzins anzupassen.

Überdies plädiert der GDV dafür, die Übergangsfristen für Solvency II unternehmensindividuell festzulegen. Das bedeutet, für Altverträge sollten die neuen Eigenkapitalvorschriften schrittweise eingeführt werden. Für langfristige Garantien hält der GDV eine Übergangsfrist von sieben Jahren für „zu kurz”. Zudem setzt sich der GDV für geringere Eigenkapitalanforderungen bei Investitionen in erneuerbare Energien ein. Das Regelwerk behandelt Investitionen in Energie- und Verkehrsprojekte wie Hedge Fonds. Beide Anlageformen sollen mit bis zu 59 Prozent Eigenmitteln unterlegt werden.

Weiterhin fordert der GDV die vorgeschriebene Berichtsfristen nach Inhalt, Frequenz und Fristen auf das aufsichtsrechtlich erforderliche Maß zu reduzieren. Schon heute würden kleinere Anbieter ein Übermaß an Bürokratie beklagen, das in keinem Verhältnis mehr zum Umfang ihres Geschäftes steht, sagt Erdland.

Link: Mit Solvency II auf der Zielgeraden

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