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Fußball wird zum Risikospiel

27.05.2016 – Europameisterschaft Frankreich EM Fussball - quelle UEFADie Fußball-Europameisterschaft gehört traditionell zu den wichtigsten sportlichen Großveranstaltungen – mit einem entsprechenden Milliarden-Umsatz für den europäischen Fußballverband UEFA und dessen Sponsoren. Die Terroranschläge von Paris im November 2015 werfen weiter ihre Schatten auf die diesjährige EM in Frankreich. Von der Unbeschwertheit der vergangenen Jahre ist nicht viel zu spüren.

So stellt die Terrorgefahr für die EM-Endrunde im Sommer ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko dar – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der europäische Fußballverband keine Ausfallversicherung abgeschlossen hat. “Bei früheren EM-Turnieren hat die UEFA keine Versicherungen für Terrorfälle abgeschlossen. Und nach den Attentaten von Paris sind die Prämien unbezahlbar gewesen”, sagte Martin Kallen, Organisationschef der Euro 2016, unlängst gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Capital. Über die drohenden Verluste durch Verlegungen oder Ausfälle von Spielen oder gar den Abbruch des EM-Turniers wegen neuer Anschläge oder anderer Sicherheitsgründe äußerte er sich nicht.

Einheitliche Standards oder Regeln für den Versicherungsschutz von sportlichen Großevents gibt es hingegen nicht. Vielmehr richtet dieser nach dem jeweiligen individuellen Bedarf und wird meist von spezialisierten Großmaklern abgewickelt. Führend in diesem Segment ist dabei unter anderem die Firma Himmelseher. Neben der Absicherung des Profisports gehört auch der Versicherungsschutz von sportlichen Großveranstaltungen zur besonderen Expertise des Unternehmens. Dieser umfasst neben einer Veranstalter-Haftpflichtversicherung auch eine Ausfallversicherung. Diese greift zum Beispiel dann, wenn ein Turnier wegen einer unmittelbaren Terror-Bedrohung verschoben wird oder gar ganz ausfällt.

Dabei ist gerade im Profifußball prinzipiell alles versicherbar – selbst der Aufstieg, Abstieg oder die verpasste Qualifikation zu einem Wettbewerb. Prominentestes Beispiel ist Borussia Dortmund: Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft schlossen die Westfalen “eine Einnahmeausfallversicherung für die Champions League sowie eine Spielerausfallversicherung ab”, erklärte Markus Ruske, Versicherungsexperte von Knip. Nicht bekannt ist hingegen die Versicherungsprämie.

Dabei gehört der Profifußball “zu den gefährlichsten Sportarten in Deutschland”, ergänzt Ruske. “Höher ist das Verletzungsrisiko nur beim Eishockey. Dementsprechend wichtig ist ein passender Versicherungsschutz, sowohl für den Verein, als auch für die Spieler selbst”, betont der Knip-Experte. Gerade die Abstellung der Edel-Kicker für Länderspiele sorgte in den vergangenen Jahren wegen des Verletzungsrisikos wiederholt für Unmut zwischen den Vereinen und Verbänden. Prominentestes Beispiel: der verletzungsbedingte Ausfall des niederländischen Topstars Arjen Robben nach dem WM-Finale von 2010.

Seit September 2012 potenzielle Verletzungen von Nationalspielern nun durch eine spezielle FIFA-Police mit einer Versicherungssumme von 100 Mio. US-Dollar abgesichert. Im Fall einer Verletzung erhält der Spieler bis zu 27.000 US-Dollar pro Tag und maximal 9,7 Mio. US-Dollar im Jahr. Der entsendende Verein erhält zudem pro Unfall und Spieler eine Entschädigung von bis 7,5 Mio. US-Dollar. Bleibt zu hoffen, dass die Spieler das Turnier dennoch möglichst verletzungsfrei überstehen. (vwh/epo)

Lesen Sie dazu mehr in der neuen Juni-Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Der Coup Henri Delaunay – Siegerpokal der Fußball-Europameisterschaft (Quelle: UEFA)

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