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“Fitness-Tarife mit rechtlichen Vorgaben nicht vereinbar”

23.06.2016 – Gennet_PKVDer PKV-Verband sieht in der Diskussion um die Vitality-Tarife der Generali eine Phantom-Debatte. PKV-Geschäftsführer Tim Gennet hat Argumente gegen die digitale Erhebung individueller Gesundheitsdaten vorgebracht. “Die meisten heute im Internet verfügbaren Gesundheits-Apps wären in der Privaten Krankenversicherung nicht zulässig. Datenspuren im Internet sind für die Beitragskalkulation tabu”, stellt er fest.

Und dennoch sieht Tim Gennet “sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere im Bereich des Versorgungsmanagements.” In seinem gesundheitspolitischen Kommentar stellt er die diskutierten Chancen und Risiken im Zuge von datenbasierten Tarifen gegenüber und kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine Phantom-Debatte ohne Relevanz für die PKV handelt:

Atomisierung des Kollektives

“Je größer das Kollektiv, desto sicherer die Beitragskalkulation. Je kleiner das Kollektiv, desto gefährdeter der Risikoausgleich, desto volatiler die Leistungsausgaben und desto instabiler die Beitragsentwicklung bzw. desto höher die einzukalkulierenden Sicherheitszuschläge und das Beitragsniveau. Schon aus diesem Grund haben die Privaten Krankenversicherer ein Interesse am Ausgleich der Risiken im großen Kollektiv – und nicht an kleinen, fragmentieren Tarifgemeinschaften.”

Risikoentmischung

“Selbst wenn ein neuer Tarif mutmaßlich gute Risiken anzöge, könnte dies nicht eine Risikoentmischung mit günstigen Tarifen für die Gesunden und teuren Tarifen für die Kranken einleiten. Das Tarifwechselrecht garantiert PKV-Versicherten, jederzeit in andere Tarife des Versicherers wechseln zu können.”

Digitales Gesundheitsmonitoring

“Anreizsysteme sind immer dann ein Beitrag zur Prävention und zum Managed Care in der Krankenversicherung, wenn dadurch gesundheitsbewusste Verhaltensweisen motiviert werden, die es ohne den Anreiz nicht gegeben hätte und durch die sich statistisch nachweisbare Einsparungen bei den Leistungsausgaben ergeben. Infolge der technischen Entwicklung ist es plausibel, dass Programme mit Anreizen für Prävention und Eigenverantwortung zukünftig mittels digitaler statt analoger Datenübermittlung umgesetzt werden.”

Beitragskalkulation

“Dies wäre auch mit den rechtlichen Vorgaben für die nach Art der Lebensversicherung kalkulierte Private Krankenvollversicherung nicht vereinbar: der Beitrag wird zu Versicherungsbeginn nach den Faktoren Alter, Vorerkrankungen und Leistungsumfang kalkuliert. Bestimmte Verhaltensmerkmale können allenfalls im Rahmen der Risikoprüfung berücksichtigt werden (z. B. Raucher/Nichtraucher, Body Mass Index). Für die Verwertung digitaler Gesundheitsdaten, etwa zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten, aus der Zeit vor Vertragsschluss gibt es indes keine Grundlage. Und nach Vertragsschluss dürfen Verschlechterungen des individuellen Risikos, sei es durch Erkrankungen oder Verhaltensänderungen, keine Prämienerhöhung nach sich ziehen.” (vwh/ku)

Link: Entsolidarisierung des Kollektivs? (Gesellschaftspolitische Kommentare des PKV-Verbandes)

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