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Fitch sieht schwarz für Lebensversicherer

06.12.2016 – smiley - S. Hofschlaeger-pixelio.deDie Ratingagentur Fitch sieht auch im kommenden Jahr keine guten Perspektiven für die deutschen Lebensversicherer. Zwar können die deutschen Lebensversicherer ihre Garantien über einen längeren Zeitraum auch bei weiterhin niedrigen Zinssätzen erfüllen. Dennoch leiden die Lebensversicherer unter einer weiterhin geringen Rentabilität, konstatieren die Experten in ihrem jüngsten Branchenausblick.

So geht Fitch davon aus, dass die Kapitalpuffer der deutschen Lebensversicherer auch in 2017 weiter sinken werden. Nach Ansicht der Experten wird die Zinszusatzreserve in diesem Jahr um rund 14 Mrd. Euro steigen. Zum Vergleich: Ende 2015 waren diese auf etwa 32 Mrd. Euro angewachsen.

Ein weiteres Risiko sehen die Ökonomen zudem in den gewährten Garantiesätzen und den langen Vertragslaufzeiten. So geht Fitch von einer durchschnittlichen Dauer der Verbindlichkeiten von 16 Jahren aus bei gleichzeitig zehn Jahren für ihre festverzinslichen Vermögenswerte.

Diese Laufzeitfehlanpassung setzt die Branche nach den Berechnungen der Ökonomen einem zusätzlichen Reinvestitionsrisiko aus, da Vermögenswerte früher als Verbindlichkeiten reifen und zu niedrigeren Raten reinvestiert werden müssen. Im Durchschnitt benötigen deutsche Lebensversicherer eine Investitionsrendite von 2,4 Prozent, um ihre Garantien zu erfüllen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Portfolio mit einer Rendite von 3,3 Prozent und einer Rendite aus den Reinvestitionen von 1,5 bis 2,0 Prozent im laufenden Geschäftsjahr.

Darüber hinaus rechnen die Fitch-Analysten im kommenden Jahr mit einem weiter stagnierenden Neugeschäft. So werde es noch einige Zeit dauern, bis die Kunden die neuen fondsgebundenen Produkte und Policen mit reduzierten Garantiezinsen annehmen werden. Zudem rechnen die Analysten damit, dass die Nachfrage nach Lebensversicherungspolicen aufgrund der niedrigen Marktzinsen zu wünschen übrig lässt und die Attraktivität der meisten Produkte weiter niedrig sein wird. (vwh/td)

Bildquelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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