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Finpro: Innovative Ideen für die Kapitalanlage

19.06.2014 – Wie erfolgreich neue Wege der Kapitalanlage umgesetzt werden können, zeigt Christoph Heidelbach, Geschäftsführer der Provinzial NordWest Management. Der Anlageexperte hat bei der Finpro eine erfolgreiche Asset-Strategie vorgestellt, die das Unternehmen nach der schweren Finanzkrise 2008 entwickelt hat.

Mit dem System gelingt es dem Öffentlichen Versicherer aus Kiel nach eigener Aussage auch in der aktuellen Niedrigzinskrise in erheblichem Umfang zusätzliche Risikogewinne zu generieren. „Tests zeigen, dass unsere Strategie recht erfolgreich ist“, so Heidelbach gegenüber VWheute. Kooperiert hat die Provinzial NordWest bei der Entwicklung der veränderten Anlagestrategie mit der Beratungsgesellschaft Oliver Wymann.

Diese Zusammenarbeit könnte als Blaupause für die neue Messe Finpro gelten. Kreative Idee der Messe: Finanzdienstleister stellen neuartige Anlagekonzepte für Assekuranzen und Pensionsfonds vor. Aktuell ist die Nachfrage danach sehr groß. Hohe Bestandsgarantie belasten die Unternehmen. Zudem sollen neue Produkte, etwas mit endfälliger Garantie, entwickelt werden.

Daher kooperiert die Provinzial NordWest heute schon zusätzlich mit dem Finanzhaus Meriten Investment Management GmbH. Stefan Braun, Leiter Quantitative und Aktienprodukte, bei Meriten stellte auf der Finpro ein Modell vor, dass auf Marktveränderungen wöchentlich reagieren kann. „Wir können keine Terroranschläge oder politische Eingriffe vorhersehen, unser Modell reagiert aber sofort und nachhaltig auf verändertes Marktverhalten“, so Braun. Das schon zehn Jahre alte Anlagemodell habe man lediglich 2008 in der schweren Krise modifizieren müssen.

Nach Ansicht von Christian Rumpf von Franklin Templeton Investments könnte man beispielsweise in Mexiko heute für zweijährige Anlagen vier Prozent Rendite erwirtschaften. Solche Engagements müssten aber von einer hohen Expertise der ausländischen Schwellenmärkte begleitet werden. „Wir sind in allen wichtigen Staaten vor Ort“, so Rumpf.

Ein starkes Feedback konnte Maria Vogt für ihren Vortrag über Wandelanleihen verbuchen. Sie demonstrierte, dass Wandelanleihen gegenüber einem Direktinvestment in Aktien, deutliche Vorteile haben. „Mit Wandelanleihen kann man genau so viel verdienen wie mit Aktien, sie haben aber weniger Risiken.” Zudem hat Vogt, die Senior Partnerin bei Fisch Asset Management ist, einen Solvency II Rechner entwickelt. Danach braucht ein Investment in Wandelanleihen unter Solvency II mit deutlich weniger Eigenkapital unterlegt werden. „Nach meiner Musterrechnung ist für Aktien 40 Prozent Eigenkapital notwendig, während diese Quote bei Wandelanleihen lediglich zwischen 19 und 27 Prozent liegt“, so Vogt.

Bisher, so eine Umfrage im Plenum, haben erst sehr wenige Versicherer in Wandelanleihen investiert. Einen umfassenden Einblick in neue Produkte der DWS gab Frank Breiting. Er leitet die Deutsche Asset & Wealth Management International, unter der nun alle Kapitalanlagen der Deutschen Bank zusammengefasst werden. Breiting zeigte anhand einer sehr kritischen Analyse der Allinaz IndexSelect-Police, welche Garantie-Modelle das Unternehmen derzeit entwickelt. Unter anderem sollen Kunden von Fondspolicen auch während der Rentenphase weiterhin in bestimmten Umfang in Aktien investiert bleiben.

Nach Einschätzung von Prof. Fred Wagner, von der Universität Leipzig, wird es in Deutschland im Gegensatz zu Japan, keine Konkurse von Lebenversicheren geben. Dafür sorge als „gutes Schutzinstrument“ schon die staatliche beaufsichtigte Zinszusatzreserve. Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich die hohen Garantien in den Beständen nur sehr langsam abbauen würden: „Die Branche muss die nächsten sechs bis sieben Jahre überstehen.“ Sollte ein Unternehmen allein aufgrund des Aufwandes für die Zinszusatzreserven in Schwierigkeiten geraten, dann „wird politisch an der Zinszusatzreserve neu gedreht.“ (usk)

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