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Extremwetter mit statistischem Niederschlag

30.11.2015 – Der Klimawandel ist wie ein Asteroideneinschlag in Super-Zeitlupe, sagt Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber, und wird deswegen mitunter verdrängt. Nicht zu verdrängen angesichts der Klimakonferenz in Paris: Extreme Wetterereignisse wie Hagel und Sturm finden seit Jahren ihren Niederschlag in den Bilanzen der Wohngebäudeversicherer. 2013 war besonders verheerend. Anlass zur Entwarnung geben auch die aktuellen Zahlen nicht.

Die Statistiken der Bafin sind unbestechlich: 2013 hatten 27 Versicherer die Schwankungsreserve komplett aufgebraucht. 2014 sind es nur noch 13, die komplett blank dastehen. Die meisten Versicherer konnten wieder in die Schwankungsreserve einzahlen. Die hat sich für die gesamte Wongebäudeversicherung von 333 Mio. auf jetzt wieder 672 Mio. mehr als verdoppelt. Das Ergebnis über die Branche hinweg bleibt indes durchweg negativ. Vor Schwankungsreserve steht hier ein Minus von 358 Mio. Euro (2013: 952 Mio.) Belastet wird das Ergebnis auch durch die Zahlungen an die Rückversicherer.

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Grafik: Im 13. Jahr in Folge ist das versicherungstechnische Ergebnis der Wohngebäudeversicherung negativ. (Quelle: GDV)

Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpfen die Gebäudeversicherer mit dieser Problemsparte. Da ist zum einen das Grundrauschen auf der Schadenseite durch marode Wasserrohre, auch 2014 mit weit mehr als 2,6 Mrd. Euro der größte Posten. Deswegen machen sie selbst in guten Schadenjahren noch Verlust. Hinzu kommen die Hochwasser, Stürme und Starkregenereignisse. Sie treten immer häufiger auf und haben immer heftigere Folgen. Seit 2002 erhöhten die Gebäudeversicherer ihre Beiträge um fast 70 Prozent, bei gleich bleibendem Bestand. Der Schadenversicherungsmarkt insgesamt legte seitdem nur um 20 Prozent zu. Trotzdem machen die Gebäudeversicherer nichts als Verluste.

Naturkatastrophen

(Klicken zum Vergrößern)
Grafik: Schäden durch Naturkatastrophen, gesamt und versichert. (Quelle: Munich Re)

Im Verhältnis zum globalen BIP haben sich allein die Versicherungsschäden durch Wetterereignisse von 1974-1983 gegenüber dem Zeitraum von 2004-2013 um 327 Prozent erhöht – von 0,018% auf 0,077% – Ohne Risikomanagement-Prozesse für Naturkatastrophen oder eine regelmäßige Überprüfung dieser Prozesse können diese Schäden nochmals deutlich steigen, lautet eine Prognose des aktuellen Allianz Risk Barometers. (ku/ba)

>Die neue Morphologie: Risiko und Rückversicherer

  • Report: Zum Wachstum getrieben: Die neue Morphologie der Rückversicherer (zum Beitrag)
  • Interview: Versicherungsexperte Stefan Materne: “Im Bereich der Rückversicherung gibt es keinen Kopierschutz” (zum Beitrag)
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