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Exklusiv-Interview zur Allianz-Telekom-Kooperation

10.06.2014 – allianz_mascherDie Allianz SE und die Deutsche Telekom rücken ab sofort enger zusammen: In gut einem Dutzend Niederlassungen bieten beide Unternehmen im Rahmen einer Pilotphase völlig neue Dienstleistungen an. Eins plus eins ergibt mehr als zwei, so die Rechnung, die bei der Vorstellung der neuen Produkte von den Vorständen Reinhard Clemens (Telekom) und Christof Mascher, (Allianz SE) in München aufgemacht wurde. Im Exklusiv-Interview mit VWheute skizziert Mascher den Mehrwert für sein Unternehmen.

Mascher: Wir blicken auf eine langjährige Kooperation zurück, wie zum Beispiel bei der Mobiltelefonversicherung, die wir gemeinsam anbieten. Und in diesem Zusammenhang haben wir immer wieder unsere Servicediensteleistungen aus der Assistance-Bereich erwähnt und auch Erfahrungen in anderen Märkten gesammelt. Wir sind Marktführer in diesem Bereich und haben natürlich immer wieder gesagt, wir benötigen jemanden, der uns von der Technologie unterstützt. Wir sind keine Technologie-Company. Auf der anderen Seite hat uns die Telekom mit der Plattform Qivicon (Anm. d. Red.: Qivicon-Start auf der IFA 2013) überrascht. Das Interesse für uns ist eindeutig, wir schaffen nur mit dieser Technologie mit dieser digitalen Komponente wirklich den Transport, die Übertragung unserer Services zum Kunden. Das heißt, wenn wir die drei Bausteine betrachten: Versicherung, Assistance und Digital, dann ist es eine extrem gute Kombination, die uns hilft, unsere Kernservices, Versicherung, Assistance besser, leichter zugänglich dem Kunden bereitzustellen.

VWheute: Welche Ziele haben Sie sich für die Pilotphase vorgenommen und darüber hinaus, wo ist denn eine Vertiefung dieser Kooperation denkbar?

Mascher: Die Zielsetzung im Bereich Eigenheim ist eindeutig. Wir haben 43 Millionen Haushalte in Deutschland, und hier wollen wir natürlich auch den Marktanteil, den die Allianz generell in diesem Segment besitzt, auch erobern. Dass dies möglich ist, wissen wir aus anderen Märkten, wo wir mit ähnlichen Angeboten präsent sind. Beispiel Spanien, wo wir seit langer Zeit Investitionen in diesem Bereich durchgeführt haben. Hier haben wir einen enormen Marktanteil, eigentlich den gleichen Marktanteil wie unsere Allianzversicherungen in Spanien insgesamt, erreicht. Weitere Ausbaumöglichkeiten finden sich im Bereich Auto und Gesundheit: Im Bereich Automotive ist es klar, dass auch hier Sensoren zum Einsatz kommen und hier entsprechende Informationen rasch an bestimmte Assistance- und Serviceleistungen gehen, bis weiter zur gesamten Pannenhilfen, oder auch die ganze Einbruchssicherung. Das sind plakative Beispiele, die gut illustrieren, was hier möglich ist. Das kann nicht nur bei neuen Autos eingebaut werden, und so besteht die Möglichkeit, zeitnah wirklich synchron diese Informationen an uns, an die Assistance zu übermitteln und auch entsprechende Maßnahmen zu setzten.

Im Bereich Gesundheit ist es so, dass wir hier auch in anderen Märkten durchaus erfolgreiche Piloten laufen haben. Denken Sie zum Beispiel an ältere Personen, die manchmal Schwierigkeiten mit dem Erinnerungsvermögen, Konzentrieren haben, hier ist oft die Notwendigkeit, dass diese Personen/Patienten erinnert werden, dass sie ihre Medikamente nehmen, rechtzeitig und in der richtigen Reihenfolge. Hier besteht wieder die Möglichkeit, in diesem Bereich auch entsprechende Assistance-Dienstleistungen anzubringen. Hier muss man natürlich sehr vorsichtig sein, aber die ersten Piloten, die wir hier zum Beispiel in Frankreich durchführen, sind sehr vielversprechend und ich glaube, es gibt auch einen wirklichen Bedarf auf der Kundenseite, der hier abgedeckt werden wird.

VWheute: Sie sammeln eine Menge Daten, wie können Sie garantieren, dass damit verantwortunghsvoll umgegangen wird? Und wie binden Sie die Vermittler ein?

Mascher: Allianz versteht sich als europäischer und deutscher Konzern, und da gelten die strengsten Daten- und Sicherheitsvorschriften. Das ist eine “Value Präposition” der Allianz, und deshalb werden wir hier wirklich ganz besonders vorsichtig und verantwortungsvoll vorgehen. Wir gehen mit diesen Daten um wie in jedem Versicherungsfall: Da haben wir eine jahrzehntelange Erfahrung. Wir lassen nicht zu, dass bei den Vertriebseinheiten Daten, die wir für unser Geschäft benötigen , wie zum Beispiel Krankendaten, zur Verwendung kommen, das ist undenkbar und auch in Zukunft undenkbar.

VWheute: Sie haben eine Marktforschung zu diesem neuen Produkt erstellt, wie war die Resonanz darauf, mit welchem Interesse rechnen Sie?

Mascher: Die Resonanz ist extrem hoch, wie aber so häufig ist auch dieses Produkt für den Kunden nicht ganz greifbar. Natürlich hilft hier die immer stärkere Penetration mit mobilen Endgeräten. Insgesamt haben wir äußerst positive Erfahrungen und Feedback gesammelt, aber es muss wirklich so wie die ganzen Services, so wie der Kunden es heute gewohnt ist, im Internet schnell, einfach “easy to use”, das muss auch hier gegeben sein.

Das Interview führte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: Christof Mascher stellte in der Unternehmenszentrale in der Münchener Königinstraße die neue Kooperation mit der Deutschen Telekom vor. (Quelle: ak)

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