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Euler Hermes CEO Meurer: “Waren immer in Griechenland tätig – bei hohem Risiko entsprechend vorsichtig”

16.12.2014 – Meurer_GDVPrivate Kreditversicherer hatten jüngst zugesagt, wieder Risiken für Griechenland-Geschäfte zu übernehmen. Jetzt hat Premier Antonis Samaras die Börse geschockt, mit der Ankündigung die Präsidentschaftswahl vorzuziehen. Im Interview mit VWheute erläutert Ralf Meurer, CEO von Euler Hermes, dass es nicht um tagesaktuelle Bewertung, sondern um langfristige Beobachtung von Länderrisiken geht.

VWheute: Die Ankündigung von Premier Samaras ließ die Börse einbrechen. Es herrscht in Griechenland die Furcht, dass der Syriza-Partei damit der Weg geebnet wird, die sich gegen die EU-Sparzwänge stellt. Wie bewerten Sie die aktuellen Ereignisse?

Ralf Meurer: Die zuverlässige Bewertung von Risiken auf Basis von Fakten ist unser Geschäft als Kreditversicherer – nicht umsonst sind ein Viertel der weltweit Beschäftigten bei Euler Hermes Risikoanalysten. Wir beobachten und analysieren permanent die aktuellen volkswirtschaftlichen und politischen Ereignisse, so auch die positive wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands in den letzten Jahren oder auch die Ankündigung des griechischen Premiers, die Präsidentschaftswahlen vorziehen zu wollen.

Wir bewerten ein Länderrisiko jedoch immer über einen längerfristigen Zeitraum und nicht nach tagesaktuellen Entwicklungen wie etwa bei einem Spot-Markt-Preis oder an der Börse. Eine Ankündigung, Wahlen vorverlegen zu wollen, ist für uns deshalb kein Anlass zur Beunruhigung oder für Spekulationen.

Welche praktischen Auswirkungen hat die Präsidentschaftswahl und deren Ausgang auf ihre Zusage, die bestehenden Deckungen des Bundes zu übernehmen?

Wir stehen weiterhin zu dieser Zusage. Die Wahlen und die Ergebnisse werden wir genau beobachten und sorgfältig die zu erwartenden wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen analysieren. Vielleicht ist die Situation besser zu beurteilen, wenn man sich vor Augen führt, dass Euler Hermes beispielsweise trotz der Möglichkeit staatlichen Deckungen immer in Griechenland tätig war, also auch zu Zeiten der Krise – wenngleich aufgrund des damals vergleichsweise hohen Risikos entsprechend vorsichtig. Bei entsprechender Bonität der Abnehmer war aber in der ganzen Zeit eine Absicherung in Griechenland möglich.

In den letzten Jahren haben wir sukzessiv die Deckungsangebote für Griechenland wieder wesentlich erhöht. Wir sichern im privaten Sektor wesentlich höhere Summen ab als die Bundesdeckungen. Das zeigt deutlich, dass Griechenland wieder marktfähig und auf einem guten Weg ist. Aus diesem Grund haben wir die Zusage gegeben, die bestehenden Deckungen und Limite des Bundes zu übernehmen.

Worst Case Szenario: Griechenland verabschiedet sich vom Stabilitätspakt oder gar aus der EU. Wie würden Sie als Kreditversicherer darauf zu reagieren haben?

Wir bewerten das Ganze langfristig und nicht tagesaktuell wie an der Börse. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre dies reine Spekulation – und wie bereits erwähnt, haben wir auch in der Krise Absicherung in Griechenland angeboten, nach sorgfältiger Prüfung.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz

Bild: Ralf Meurer, Hauptbevollmächtigter von Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA. (Quelle: GDV)

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