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Enterprise Risk Management – Bedeutung im Ratingprozess von Standard & Poor’s

01.07.2014 – standard-and-poorsDer Umgang mit Risiken und Kapital hat bei den Versicherungsunternehmen in den letzten Jahren einen großen Bedeutungswandel erfahren. Immer mehr Unternehmen haben die Notwendigkeit eines Risikomanagement-Ansatzes, der nicht mehr allein auf die Steuerung von Einzel­risiken abstellt, sondern die Risikoposition des Unternehmens als Ganzes in den Vordergrund stellt, erkannt. Ein weiterer Treiber dieser Entwicklung sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen und insbesondere Solvency II.

Standard & Poor’s hat der Bedeutung des Risikomanagements Rechnung getragen und bereits im Oktober 2005 Enterprise Risk Management (ERM) als eigenständigen Ratingfaktor eingeführt.

Die Bewertung des ERM erfolgt anhand folgender Komponenten:

1.) Risikokultur

Die Erfolgsfaktoren aus Sicht von S&P sind jeweils markiert durch:

  • Verankerung durch unternehmensweite Governance mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Klare Definitionen von Risikoappetit, -neigung und -toleranz
  • Regelmäßiges und standardisiertes Berichtswesen
  • Überwachung und Einhaltung von Richtlinien und Prozessen
  • Anreizsystem konform zur Risikokultur
  • Risikokultur durchzieht alle Unternehmensbereiche
  • Konsequente Einbindung des Risikomanagements in alle (strategischen) Entscheidungsprozesse

2.) Risikosteuerung

  • Überführung des Risikoappetits in klar definiertes Limitsystem
  • Klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten von Risiken (“ownership”)
  • Überwachung der Einhaltung von Richtlinien und Limiten – klare Eskalationsmechanismen bei Überschreitung
  • Robuste Modelle und Tools zur Risikokontrolle- und Steuerung
  • Transparentes, fokussiertes und regelmäßiges Risikoreporting

3.) Risikomodelle

  • Gutes Verständnis der Modellstärken und -schwächen
  • Alle wesentlichen Risiken werden adäquat modelliert
  • Klar definierte Prozesse bei Modelländerungen
  • Validierung von Input und Output
  • “Use Test”: Modellergebnisse werden in Entscheidungsprozesse einbezogen

4.) Strategisches Risikomanagement

  • Konsistente Sicht auf wesentliche Risiken
  • Nachweis der steten Optimierung risikoadjustierter Erfolgsgrößen basierend auf einer ökonomischen Bewertung
  • Einfluss von Risiko-Ertrags-Überlegungen auf Kapitalmanagement, Kapitalanlagestruktur, Pricing, Ertragssteuerung und Vertriebsanreize
  • Überwachung der Erträge im Vergleich zum Plan und zu Maßnahmen bei negativer Abweichung

Auszug aus der Präsentation von Karin Clemens, Manging Director, Emea Financial Services Insurance Ratings, heute auf der Pilotveranstaltung des IFVW in Köln.

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