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Emerging Risks – eine Herausforderung und Chance für die Wirtschaft

09.04.2014 – christopher-lohmann-150Emerging Risks (ER) entstehen durch neue Technologien, aber auch durch Veränderungen unserer Gesellschaft und unserer Umwelt. Dazu zählen Nanotechnologie, 3D-Druck und unbemannte Automobil- und Luftfahrzeuge, aber auch Ausfälle von Lieferketten und kritischen Infrastrukturen, sowie Pandemien, demographischer Wandel und Klimawandel.

In Bezug auf die Häufigkeit und den Umfang von Schäden sind diese Gefahren schwer zu quantifizieren, so dass traditionelle versicherungstechnische Methoden zur Berechnung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenhöhe nur bedingt weiterhelfen. In einer zunehmend komplexen und vernetzten Risikolandschaft, muss ein Industrieversicherer neue und sich verändernde Risiken frühzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um seine Kunden und sich davor zu schützen.

Emerging Risks beinhalten jedoch auch Chancen, d.h. Geschäftspotenziale. IT-Risiken sind ein gutes Beispiel hierfür. Die Kriminalität aus dem Netz ist klar auf dem Vormarsch. Nicht nur Privatpersonen, sondern gerade Unternehmen sind im Fadenkreuz. 2012 wurden allein in Deutschland 60.000 Internetstraftaten registriert (BKA); jedoch gehen Experten davon aus, dass nur einer von 1.000 Cybercrime-Fällen überhaupt aktenkundig wird. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft schätzt den Schaden durch Internetkriminalität für die deutsche Wirtschaft auf 50 Mrd. Euro jährlich.

Unternehmen drohen Schäden in Millionenhöhe und Imageverluste, wenn Internetkriminelle Daten stehlen, Schadprogramme in Netzwerke einschleusen oder Server mit Denial-of-Service-Attacken lahmlegen. Der Kundenbedarf in diesem Bereich hat zur Entwicklung neuer Versicherungslösungen geführt, durch die sich Unternehmen umfassend gegen Gefahren aus dem Netz absichern können. Diese beinhalten beispielsweise Aufwendungen für die Benachrichtigung von Kunden, für IT-forensische Untersuchungen, für die Wiederherstellung von geschädigten oder zerstörten Daten oder für Ertragsausfälle durch Betriebsstörungen.

Diese innovativen Produkte beinhalten zudem eine ausführliche Vorabprüfung der IT-Prozesse des Unternehmens durch spezialisierte Risikoingenieure des Versicherers. Hierbei werden die Qualität der IT-Systeme und der Risikokultur in dem Unternehmen geprüft und die Kunden bei der Verbesserung ihres Risikomanagements begleitet. Dies führt zu einer Win-win-Situation für den Versicherer und den Industriekunden: Der Versicherer kann neue IT-Risiken schneller identifizieren und mögliche Schadenszenarien besser bewerten. Der Kunde investiert dadurch in Schadensprävention. Denn die Kosten für einen möglichst sicheren Datenaustausch sind immer geringer als der Schaden, der durch Datendiebstahl, Datenverlust oder einen Imageschaden entsteht.

Zur Weiterentwicklung des Risikomanagements und Erschließung neuer Geschäftspotenziale wird ein fortwährender Austausch von Wissenschaftlern, Regulierern, Versicherern, Kunden aber auch Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) über neue Risiken von entscheidender Wichtigkeit bleiben. (Christopher Lohmann)

Foto: Christopher Lohman, CEO des Industrieversicherer AGCS sieht in den Emerging Risks auch immenses Potential (Quelle: AGCS)

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