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DSLV fordert mehr Anbieter internationaler Versicherungsprogramme

16.04.2015 – hubert_valder_dslvAngesichts der Globalisierung fordern die deutschen Transport- und Logistikunternehmen mehr Anbieter für internationale Versicherungsprogramme. Allerdings hänge der reibungslose Ablauf “nicht an der zwingenden Eindeckung bestimmter Versicherungen”, sagt Hubert Valder, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V. (DSLV), im Interview mit VWheute.

VWheute: In der gesamten Logistik-Kette gibt es zahlreiche Schlüsselstellen. Wie viele und welche Versicherungen sind für einen reibungslosen Ablauf zwingend?

Hubert Valder: Der reibungslose Ablauf in der Logistikkette hängt nicht an der zwingenden Eindeckung bestimmter Versicherungen. Zur Abdeckung logistischer Risiken kommen aber verschiedene Versicherungen in Betracht, insbesondere die Verkehrshaftungs-, Betriebshaftpflicht-, Produkthaftpflicht-, Rückrufkosten, Umwelthaftungs- und -schadenversicherung, schließlich auch die Warentransport-, Lager- und Lagerexzedentenversicherung. Jedes Speditions- und Logistikunternehmen ist gut beraten, vor jedem neuen Vertragsabschluss auch zu prüfen, inwieweit die zu erbringenden Leistungen Risiken bergen, denen mit dem Abschluss einer Versicherung entgegengewirkt werden kann.

VWheute: Bietet die Versicherungswirtschaft im Lichte der zunehmenden Globalisierung hier noch die geeigneten Produkte an oder fordern Sie eine Produktoffensive?

Hubert Valder:Im Lichte der Globalisierung würden wir uns vor allem mehr Anbieter wünschen, die internationale Versicherungsprogramme für Speditions- und Logistikunternehmen anbieten. Im Übrigen ist die Verkehrshaftungsversicherung und die Transportversicherung von jeher global aufgestellt.

VWheute: Wie lässt sich das Verhältnis der Transport- und Logistikbranche zur Versicherungsbranche beschreiben?

Hubert Valder: Aktuell würde ich das Verhältnis als gut bezeichnen. Es findet regelmäßig ein Erfahrungsaustausch statt, bei dem der DSLV die Versicherer regelmäßig über branchenspezifische Risiken und aktuelle Marktentwicklungen unterrichtet; andererseits die Versicherer uns für bestimmte Sachverhalte, z.B. zum Thema Ladungssicherung oder Diebstahlsprävention, sensibilisieren. Auch dort wo es unterschiedliche Standpunkte gibt, sucht man miteinander das Gespräch und diskutiert Lösungsansätze.

VWheute: Wo sieht der Verband im Zusammenspiel mit der Versicherungswirtschaft noch Potenziale zur Verbesserung?

Hubert Valder: Bei der Produktgestaltung wäre es wünschenswert, wenn es mehr spartenübergreifende Versicherungslösungen geben würde.

VWheute: Welche Forderungen adressiert der Verband in diesem Zusammenhang an die Versicherer?

Hubert Valder: Es gibt zwar erste sogenannte Logistik-Policen, die logistische Risiken in einer Police zusammen führen. Aus Sicht des DSLV stehen wir hier aber erst am Anfang einer wünschenswerten Entwicklung, die idealerweise in einem durchgeschriebenen Bedingungswerk bestehen sollte.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: Hubert Valder, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V. (Quelle: DSLV)

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