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Droht mit Sofi der totale Energieblackout?

20.03.2015 – Strom_Rainer Sturm_pixelioEine Sonnenfinsternis ist ein besonderes Naturereignis, das in Deutschland nur sehr selten vorkommt. Um 9.30 Uhr ist es wieder soweit, dass die Sonne zu 80 Prozent vom Mond verdeckt sein wird. Bis 11.48 Uhr soll das Spektakel andauern, der Höhepunkt soll gegen 10.37 Uhr erreicht werden. Was die Zuschauer freut, bereitet allerdings den Netzbetreibern große Sorgen. Ihre Befürchtung: es könnte zu extremen Netzspannungen kommen.

Denn mittlerweile hängt die deutsche Stromproduktion zu einem nicht unbeachtlichen Teil von der Sonne ab. An Tagen mit wolkenlosem Himmel liefert die Solarenergie zeitweise so viel Strom wie etwa 25 Atomkraftwerke, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Mit Beginn der Sonnenfinsternis dürften daher viele Solaranlagen ihre Stromproduktion nahezu komplett einstellen und mit dem Ende des Naturschauspiels wieder ruckartig hochfahren.

Experten befürchten bereits einen “Blackout” für Freitag durch die Sonnenfinsternis. Nach einem Bericht des Focus drohen für Freitag bis zu 12.000 Watt weniger Energiezufluss. Mit dem Ende der Sofi droht nach Expertensicht sogar ein zweiter Blackout, wenn auf einen Schlag wieder bis zu 19.200 Megawatt zusätzlich ins Stromnetz eingespeist werden.

Aus Sicht von Peter Hoffmann, Leiter der Netführung beim Netzbetreiber Tennet, droht heute Vormittag eine Situation, “die noch nie dagewesen ist”. Die Sonnenfinsternis sei “ein gewaltiger Schlag ins System”. Deshalb will Tennet eine Regelleistung von 8.000 Megawatt vorhalten. Auch der Netzbetreiber Amprion in Brauweiler bei Köln bereitet sich mit zusätzlichen Mitarbeitern auf die Sonnenfinsternis vor.

Immerhin könnn die Folgen eines Blackouts teuer werden: So warnte Thomas Leitert, CEO der TimeKontor AG, unlängst vor kaskadenartig ausufernden Schäden im Falle eines großflächigen Blackouts am Industriestandort Deutschland. Dabei beruft er sich auf eine Hochrechnung des Hamburgischen WeltWirtschaftsinstituts, die allein für die Produktionsausfälle ein Schadenvolumen von 430 Mio. Euro pro Stunde veranschlagt.

Und was können die Versicherer tun? Diese können durch ein adäquates Risiko-Management im Ernstfall möglichen Schaden zu minimieren oder gar auszuschließen – auch wenn ein flächendeckender Stromausfall kaum vollumfänglich versichert werden kann. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm pixelio.de

Links: Aktuelle Informationen zur Sonnenfinsternis 2015, Stromversorgung vor dem Kollaps (Tagesreport vom 13.01.2015), Von Schwarzen Schwänen und Blackouts (Tagesreport vom 27.06.2014)

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