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Dreiecksbeziehung “Vermittler-Kunde-Gesellschaft” stärken

07.07.2016 – Beratung_Rainer Sturm_pixelioVon Andreas Adam, Geschäftsführer von Ajco Solutions und Elaxy Format. Auswirkungen von Veränderungen im Vergütungsmodell auf Vermittler und Gesellschaft sind intensiv zu simulieren und zu bewerten. Evolutionäre Vorgehensweisen ermöglichen es, bisherige Vertriebsstrukturen nach und nach für die Zukunft fit zu machen, ohne das aktuelle Geschäft noch weiter zu gefährden.

Vergütungsmodelle und die dafür notwendige Software zur Vertriebssteuerung und Vergütungsabrechnung müssen flexibler werden, neue Faktoren berücksichtigen, schnell anpassbar sein und eine hohe Transparenz Richtung Vermittler, aber auch für die Gesellschaft zur Feinsteuerung bieten. Jahrzehntelang haben Versicherer das Absatzrisiko zu einem hohen Grad an Vermittler verlagert, indem sie diese überwiegend über Abschlussprovisionen finanziert haben.

Doch die Zeiten hoher Abschlussprovisionen sind vorbei: Die von Verbraucherschutz und Regulatorik geforderte Transparenz sowie gesetzliche Begrenzungen und Verbote setzen den Abschlussprovisionen zu. In Kombination mit steigenden Aufwänden – insbesondere durch regulatorische Vorschriften – sinkt die Wertschöpfung im Vertrieb erheblich. Die Folgen sind deutlich zu spüren: Die Zahl der registrierten Versicherungsvermittler schrumpft seit 2011 kontinuierlich, das Neugeschäft ist unter Druck, die Margen sind es auch. Dauerhaft niedrige Zinsen verstärken die Wirkung, die Gesellschaften fahren ein Kostensenkungsprogramm nach dem anderen. Wurde zunächst der Speckgürtel aus guten Zeiten reduziert, droht es mittlerweile, an die Substanz zu gehen.

Notwendig wird jetzt ein umfassenderer Wandel: Versicherungsgesellschaften müssen von “Produktgebern”, die Produkte über ein abschlussorientiertes Anreizsystem in den Markt drücken, zu kunden- und vermittlerorientierten Finanzdienstleistern werden. Das bedeutet, die Kundenbeziehung nicht wie in der Vergangenheit völlig aus der Hand zu geben und Produktmanagement sowie Geschäftsprozesse nicht mehr nur auf Vermittler, sondern auch direkt auf Endkunden auszurichten, sprich die Dreiecksbeziehung “Vermittler-Kunde-Gesellschaft” zu stärken. Nur ein optimales Zusammenspiel von Vermittler und Gesellschaft gegenüber dem Kunden ermöglicht in Bezug auf Medien- und Kanalnutzung ein durchgängig positives Kundenerlebnis. Für viele profitable Marktsegmente und komplexere Fragestellungen bleibt dabei der Vermittler die zentrale Anlaufstelle des Kunden und muss hinsichtlich der aktuellen Herausforderungen (Regulatorik, sich änderndes Kundenverhalten, Reputationsverlust usw.) unterstützt werden.

Nicht zuletzt muss eine ganze Generation erfolgreicher Jäger nachhaltiges Beziehungsmanagement lernen und ein Verkäufer zum Kümmerer “um-incentiviert” werden. (siehe KÖPFE)

Bildquelle: Rainer Sturm/ pixelio

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