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Doppelte Konsolidierung im Vorsorgemarkt: Die Starken profitieren

29.01.2015 – Schroeder-WildbergVon VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek. „Die starken Versicherer werden stärker und die Schwächeren werden geschwächt“, sagte Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender MLP AG. Eine Marktkonsolidierung ist in vollem Gange. Das gelte auch für den Vermittlermarkt. Die deutschen Lebensversicherer stehen demnach vor großen Herausforderungen.

Besonders betroffen seien Versicherer, die im Vergleich zum Markt unterdurchschnittlich mit Eigenkapital ausgestattet sind, hohe Garantieverpflichtungen in den Büchern haben und ihr Kapital nicht breit, also zusätzlich in alternativen Investments, anlegen, erläuterte Uwe Schroeder-Wildberg beim SZ-Versicherungstag. Schwierigkeiten beim Neugeschäft prophezeite der Chef des Finanzvertriebes den Anbietern, die aufgrund des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) keine Bewertungsreserven mehr ausschütten würden.

Ähnlich wie bei den Assekuranzen, bei denen beispielsweis mit Plus, Delta Lloyd, Clerical Medical, Skandia, Heidelberger Leben, Asstel und Aspecta vor allem kleinere Anbieter aus Teilen des Neugeschäfts ausgestiegen seien, beurteilt Schroeder-Wildberg die Entwicklung im Vermittlermarkt. „Hier ist die Marktkonsolidierung bereits in vollem Gange“, so der Experte. Die Zahl der Vermittler sei seit 2010 kontinuierlich gesunken, während bereits seit 2007 der Marktanteil der „Top-10 Vermittler“ ansteige. Betroffen wären aber auch Strukturvertriebe.

Konsolidierung

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Die doppelte Marktkonsolidierung ist laut aktuellem Befund bei der Lebensversicherung in vollem Gange. (Quelle: MLP)

Durch das LVRG würden die Herausforderungen insbesondere in den unteren Hierarchieebenen deutlich größer. Dabei komme es entscheidend auf die Beratungsqualität an. Schroeder-Wildberg: „Vertrieben mit hoher Stornoquote brechen die Folgeprovisionen weg.“

Künftig würde nur eine klare Ausrichtung an Kundenwünschen, eine optimales Zusammenspiel zwischen persönlicher Beratung und Online-Service sowie ein breites Angebot Erfolg bei der Beratung bieten. Seit 2009 ist die durchschnittliche Anzahl von Vorsorgeprodukten pro MLP-Partner von fünf auf acht gestiegen. Zudem müssten sich Berater allein auf komplexe Themen konzentrieren können. Daher gewinne im Vermittlermarkt die Arbeitsteilung deutlich an Bedeutung. Die doppelte Konsolidierung würde die Kräfte im Vorsorgemarkt verschieben. So geht der MLP-Chef davon aus, dass der Einfluss von „erfolgreichen Vermittlern“ gegenüber den Versicherer wächst, denn die Versicherer brauchten mehr denn je bestandssicherndes Neugeschäft. Gleichzeitig würden sich Vermittler im Kundeninteresse immer stärker auf Versicherer mit starker Bilanz konzentrieren.

Bild: Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender MLP AG. (Quelle: MLP)

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