Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

D&O-Versicherungen – Bedarf und Grenzen der Versicherbarkeit

19.11.2013 – In München wird heute der Zivilprozess um Schadenersatzforderungen der Bayern LB gegen acht ehemalige Vorstandsmitglieder fortgesetzt. Der frühere Chef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, und sieben ehemalige Manager der Bank müssen sich wegen des hohen Kaufpreises der österreichischen Hypo Group Alpe Adria verantworten.

Am Donnerstag dieser Woche wird zudem dem früheren Vorstand der HSH Nordbank der Prozess wegen Untreue und Bilanzfälschung gemacht. Doch wer haftet eigentlich im Falle und welche Risiken sind versicherbar?

Erfasst werden derartige Fälle von der Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Versicherung). Sie ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt. Oftmals umfasst sie auch einen Rechtsschutz. So übernimmt die D&O-Versicherung der Allianz bspw. die Prüfung der Sach- und Rechtslage und wehrt unbegründete Ansprüche ab. Oftmals wird auch eine schnelle und vor allem außergerichtliche Einigung anvisiert, um Imageverluste zu vermeiden.

Insbesondere in Deutschland werden Fehlentscheidungen von Managern und Aufsichtsräten sowie Korruptions- und Kartellfälle streng verfolgt, wie die Prozesse gegen die HSH Nordbank sowie die Bayern LB zeigen. Experten raten daher Banken, Finanzinstituten oder börsennotierten Unternehmen zum Abschluss der D&O-Versicherung. Auch wenn größere Umstrukturierungen, Desinvestitionen oder Firmenakquisitionen geplant sind, wird dies empfohlen. Ein weiteres Entscheidungskriterium stellen betriebliche Tätigkeiten oder Produkte dar, die Risiken für bedeutende Personen- oder Sachschäden mit sich bringen, z.B. in der Chemie- und Pharmabranche.

Die Versicherung greift für den Fall, dass eine der versicherten Personen in Folge ihrer Unternehmenstätigkeit für einen Vermögensschaden ersatzpflichtig gemacht wird. Nicht versichert bei der D&O-Versicherung ist aber u. a. die Schadenverursachung durch vorsätzliches Handeln und durch wissentliche Pflichtverletzung. Je nach Anbieter und Risikosituation begrenzen weitere Ausschlusstatbestände den Versicherungsschutz.

So werden sogenannte „Eigenschäden“, das heißt Ansprüche von Unternehmen gegen versicherte Personen, die selbst am Unternehmen beteiligt sind, oftmals nur begrenzt übernommen. Auch unterscheiden sich die Klauseln der Versicherer bezüglich der Rückwärtsdeckung: Manche decken nur Schäden ab, die erst nach Vertragsabschluss verursacht und bekannt wurden; andere auch solche, die vor Versicherungsbeginn entstanden sind, jedoch erst nach Vertragsabschluss bekannt wurden. Zudem gelten für US-Risiken und das angelsächsische Rechtssystem oftmals Sonderregelungen. (ls)

Autor:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten