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DKM: Gemeinsamer Konsens beim LVRG fehlt

30.10.2014 – DKM-2014_150Die Reform der Lebensversicherungen (LVRG) ist eines der Hauptthemen auf der diesjährigen DKM. In Dortmund wird insbesondere von Vermittlern die Gelegenheit genutzt, sich über die Auswirkungen des LVRG auf ihre Arbeit zu informieren. Vor allem die Diskussion um die Kürzung der Provisionen bereitet ihnen Sorgen.

Der Präsident des Bundesverbandes der Versicherungskaufleute, Michael H. Heinz, forderte auf der DKM „ein partnerschaftliches und faires Verhalten der Unternehmen“, das nicht darauf abziele, die Provisionen zu kürzen. Er warf den Versicherern vor, im politischen Berlin immer wieder zu versuchen, ihre Interessen ohne Rücksicht auf die Vermittlerschaft durchzusetzen.

Im Übergang zu laufenden Provisionen erwartet Heinz von den Versicherern, dass gemeinsam mit den Verantwortlichen aus dem Vermittlerbereich die Gestaltung der Veränderungsprozesse angegangen wird. Viele Konzepte der Versicherer über angedachte Veränderungen in der Vermittlervergütung seien nur „schwammig formuliert und nicht untereinander abgestimmt“.

Nach Ansicht von Oliver Lang, Vorstand beim Maklerpool BCA, gibt es beim LVRG eine „völlig heterogene Struktur und Situation“. Es gebe derzeit keinen Konsens bei inländischen wie ausländischen Versicherern. „Wahrscheinlich wird sich vorerst nicht viel ändern und die Makler werden sich die Gesellschaften aussuchen, die sich möglichst nah an den Konditionen von 2014 orientieren“, sagt er im Gespräch mit VWheute.

Da man davon ausgehen müsse, dass die Provisionen sukzessive sinken oder diese anders über die Zeit verteilt werden, wird es nach Meinung von Domcura-Vorstand Stefan Everding umso wichtiger, eine ganzheitliche Beratung vorzunehmen. „Für diejenigen, die sich nur auf Leben konzentriert haben, wird es schwierig werden“, schätzt er. Die Vermittler müssten auch die anderen Sparten wie Kranken und insbesondere Sach und HUK bedienen.

Die Versicherer nutzen genauso wie Pools und Vertriebe die DKM, um mit ihren Partnern über das LVRG zu sprechen. „Viele Anbieter kommen noch nicht aus der Deckung“, sagt Hermann Schrögenauer, Vorstand Vertrieb Leben bei Zurich, gegenüber VWheute. Man habe alle Partner im Vorfeld über die Auswirkungen des Gesetzes informiert und wie man damit umgehe. „Es kommt ganz klar das Modell zum Tragen, dass wir auf der einen Seite Abschlussprovisionen zurücknehmen und in Bestandsprovisionskomponenten umformulieren müssen“, so Schrögenauer. Als Zurich achte man darauf, dass der „Vermittler definitiv überleben kann“.

Das LVRG ist auch Thema in den Gesprächen von Markus Drews, Vertriebsvorstand der HDI Versicherungen. Bis Mitte des kommenden Jahres werde man erst genau wissen, was passiert, berichtet er. Der Versicherer hat seine Vertriebspartner noch nicht angeschrieben, da man noch nicht so weit im Prozess sei. HDI habe sich voll darauf konzentriert, die Produkte LVRG-konform zu bauen, sodass man zum 1. Januar lieferfähig ist.

„Wir werden ein ähnliches Modell einsetzen wie man es jetzt auch schon bei dem einen oder anderen sieht. Das heißt, vorne bei der Abschlussprovision wegzunehmen und umzuwandeln in eine – wie auch immer geartete – laufende Provision“. Die Provision werde in Summe gleich sein, wenn entsprechend die Verträge auch durchgehalten werden. „Es geht im Endeffekt um Altersvorsorge. Das heißt in der Konsequenz, hört ein Kunde nach zehn Jahren auf, wird der Vermittler weniger Provision haben, hält der Kunde die Laufzeit durch, wird er vielleicht sogar mehr haben“, so Drews. (ks)

Bild: Erster Tag auf der DKM in Dortmund. Noch heute haben die Tore für die Messebesucher geöffnet. (Quelle: ks)

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