Versicherungswirtschaft-heute
Samstag
03.12.2016
          Mobilversion

 


- Anzeige -

“Digitalisierung ist sehr viel Interaktion und Kommunikation”

23.02.2016 – driever_lieDas Smartphone sei nicht primär eine technische Herausforderung, “sondern der Re-Set-Button für das Internet”, sagt Klaus Driever, seit Jahresbeginn Vorstandschef der Allsecur Deutschland AG und seit 2013 Leiter Digitaler Verkauf der Allianz Deutschland AG. Das Handy ändere die Erwartungen und Erfahrungen der Kunden. “Digitalisierung ist nicht nur Technik, sondern vor allem sehr viel Interaktion und Kommunikation.”

Wichtig sei, die “Customer Journey” – also den gesamten Einkaufsprozess des Kunden – zu verstehen. Die Königsdisziplin für Versicherer bestehe dann darin, diesen Prozess zu monitoren, wo sind die Übergangspunkte zwischen online-Recherche und offline-Abschluss sind – und diese zu gestalten. Bereits elf Millionen Deutsche informierten sich über ihr Smartphone über Versicherungen und fast alle schlössen ihre Policen bei einem Vermittler ab. Denn: “Echte Menschen lieben echte Menschen,” so Driever. Daher versuche die Allianz auch ihre Vermittler auf den Internetseiten “prominent” einzubinden. “Das hat keinen politischen Grund, sondern der Kunde will das so. Das zeigen die Customer Journeys.”

So könne sich der Kunde im Internet beispielsweise seine Prämie selbst ausrechnen, diese Berechnungen aber auch an seine Agentur senden, was mit einem sehr großer technischen Aufwand verbunden sei. Hinsichtlich des Nutzens von mobilen Apps zeigte sich Driever skeptisch. “Die App, die Kunden nicht regelmäßig einmal die Woche nutzen, ist schnell wieder weg.” Beständiger seien nur Apps, die Mehrwerte schafften oder die Sicherheitseinstellungen verbesserten wie etwa bei der Rechnungseinreichung in der privaten Krankenversicherung.

Dass auch Versicherer-Apps sexy sein können, meint Nicolas Heyer, Industry Head Google Maps for Work Google Germany GmbH. Er geht sogar noch weiter und glaubt, dass nur Apps, die zweimal täglich genutzt würden, Bestand hätten. Zusammen mit Michael Walther von Wabion zeigte er, wie die Assekuranz Google Map mit Geolokalisation einsetzen können. Unter anderem ging es um Risiko- und Schadenanalysen durch Mitarbeiter, die nicht über ausreichendes Fachwissen verfügen. Durch die Geokodierung von Daten könnten sie mithilfe eines speziellen Tools die Lage versetzt werden, Risiken für bestimmte Objekte zu bestimmen. Über die private Smartphone-Nutzung seien die Mitarbeiter mit den angewendeten Technologien inzwischen so vertraut, dass Einarbeitungszeiten kurz ausfallen könnten. Von Vorteil sei zudem, dass keine Cloud-Lösung nötig sei.

Zu den Plänen von Google am deutschen Versicherungsmarkt selbst aktiv zu werden, wies Heyer darauf hin, dass Google solche Projekte immer nur mit Industriepartnern zusammen realisiere. “Ihr Markt ist reguliert, wenn wir selbst Versicherer werden, würde unser Börsenwert heruntergehen. Das wäre Kapitalvernichtung”, so Heyer. Man könne Versicherungsvergleiche anbieten, aber letztlich verdiene Google sein Geld mit der Werbung. (lie)

Bild: Klaus Driever, Leiter Digitaler Verkauf der Allianz Deutschland AG (Quelle: lie)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten