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Digital Health in den Startlöchern

13.05.2016 – EKG_Michael Buehrke_pixelioDer Markt an Digital-Health-Anwendungen für Bürger entwickelt sich bislang angebotsgetrieben, nicht primär ausgerichtet an einem nachgewiesenen Bedarf. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Bertelsmann-Studie. Ärzte und Versicherer und die weiteren klassischen Akteure müssten selbst aktiv werden, um die Potenziale von Gesundheits-Apps mit echtem Patientennutzen zu etablieren.

Die Studienautoren um Timo Thranberen, Karsten Knöppler und Tobias Neisecke fordern, dass relevante Anwendungen gefördert und die entsprechende Versorgungsforschung ausgebaut werden soll. Dafür braucht es Qualitätsmaßstäbe und vernetzte Gesundheitsmärkte.

Die Thesen zum Status-Quo aus der Studie

  • Digital-Health-Angebote haben das Potenzial, Bürger und Patienten in ihrer Rolle zu stärken und die Vision des Patient Empowerment Wirklichkeit werden zu lassen. Dadurch wiederum kann die Qualität der Versorgung steigen.
  • Der Markt der Digital-Health-Anwendungen ist weitgehend intransparent. Die Logiken der Ranglisten in App-Stores und Suchmaschinen beeinflussen den Zugang und die Auswahl der Verbraucher. Für diese ist es quasi unmöglich, die Qualität einzelner Angebote unabhängig einzuschätzen.
  • Die Diskussion um Digital Health fokussiert aktuell vorwiegend mobile Anwendungen und wird damit zu eng geführt. Es ist sinnvoller, funktional zu differenzieren und Web- genauso wie Systemanwendungen zu betrachten.
  • Die Entwicklung von Anwendungen ist derzeit weitestgehend angebotsgetrieben und an einem (vermeintlichen) Markt orientiert. Tatsächlich existierende Bedarfe in der Gesundheitsversorgung spielen eine untergeordnete Rolle.
  • Die technologischen Potenziale von Digital-Health-Anwendungen werden bislang nur eingeschränkt genutzt. Viele Anwendungen übertragen lediglich analoge Angebote in die digitale Welt.
  • Die aktuellen Zulassungsverfahren für Medizinprodukte werden den Digital-Health-Anwendungen noch nicht vollständig gerecht. Zudem sind sie intransparent für Verbraucher.
  • Es gibt bisher fast keine Evidenz zum Nutzen und keine adäquaten Verfahren zur Nutzenbewertung von Digital-Health-Anwendungen. Entsprechend fehlen geeignete Verfahren zum Transfer von Innovationen in die Regelversorgung.
  • Bei weitem nicht alle Digital-Health-Anwendungen sind für die Gesundheitsversorgung aus Public-Health-Sicht relevant.

Bildquelle: Michael Bührke/ pixelio

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