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Die wollen nur spielen

17.08.2016 – gamekonosole_pixelioAm morgigen Donnerstag öffnet die Gamescom wieder ihre Pforten. Rund 350.000 Spielefans testen dann wieder die neuesten Entwicklungen der Spieleindustrie – von glanzvollen Siegen der römischen Legionen bis hin zu interaktiven Filmen mit Beteiligung des Zuschauers. Die Finanzbranche hat den Gamification-Trend spätestens seit dem Hype um Second Life auf dem Bildschirm. Den richtigen Umgang haben die Unternehmen jedoch noch nicht gefunden.

Trotz neuester Spieletrends getreu dem Motto “Immer schneller, immer bunter” ist Gaming dennoch ein alter, wenn nicht gar ein sehr alter Hut. So veranstaltet beispielsweise die Allianz seit den 1920er-Jahren alle vier Jahre olympische Wettbewerbe für die eigenen Mitarbeiter. Neu ist hingegen der Trend, dies alles über das Internet zu veranstalten – nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Kunden.

Der Kreativität sind dabei augenscheinlich keine Grenzen gesetzt: So entwickelte beispielsweise die Ergo eine Zahnputz-App für Cyberkids. Dabei bekommen die Kids über das Smartphone dank des “Putzhelden” Kai – einem sprechenden Zahn – erklärt, wie man sich die Zähne richtig putzt. Die Belohnung sind dann fünf Zahnsterne, bei denen sich das Kind dann ein Geräusch aussuchen darf, welches aus dem Smartphone tönt.

Die Sparkassen Direkt hatte für ihren Telematik-Tarif einen “Fahrer des Monats” mit einer Prämie belohnt. Voraussetzung: Eine vorbildliche Fahrweise. Auch wenn das Düsseldorfer Unternehmen auf diesem Gebiet zu den Pionieren zählt: Der Tarif wurde zu Jahresbeginn aus Kostengründen und wegen zu geringer Nachfrage wieder eingestellt.

Wesentlich umstrittener ist hingegen der Vitality-Tarif, mit dem die Generali den Smartphone-Nutzer zur Steigerung der realen Fitness zu bewegen versucht. Dabei kann der geneigte User Punkte sammeln für Vorsorgetermine beim Arzt oder für den Einkauf – nicht aber den Verzehr – gesunder Lebensmittel sammeln. Spötter prophezeien hingegen schon jetzt dem Versicherer Berge von sogenannten “Cheatsheets”: Denn noch kann niemand wirklich kontrollieren, ob der User dann anstatt in den Apfel zu beißen nicht lieber doch in die Chips-Tüte langt. Der Verweis auf den “sensiblen und vertrauenswürdigen Umgang mit personenbezogenen Daten” als “Kernkompetenz der Generali-Gruppe” reicht dafür jedenfalls nicht aus. (vwh/ba)

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

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