Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Die Suche nach dem Glücks-Code

27.04.2015 – fotolia_78685352Das Phänomen Glück beschäftigt die Menschen seit jeher: Politiker wünschen sich glückliche Wähler, Führungskräfte glückliche Mitarbeiter – und die Versicherer natürlich glückliche Kunden. Doch was macht Glück eigentlich aus? Seit kurzem befasst sich ein ganzer Berufszweig mit der sogenannten Glücksforschung – die sogenannte Happiness Research.

Deren Ziel: herauszufinden, was Glück fördert und hemmt und daraus Empfehlungen für Wirtschaftspolitik und Unternehmen abzuleiten. So gibt es mittlerweile eine ganze Schwemme von Studien, die teilweise recht skurrille Ergebnisse zum Thema Glück herausgefunden haben. So fand beispielsweise das Zentrum für Zwillings- und Familienforschung an der Universität Minnesota heraus, dass Glück zur Hälfte auf der genetischen Anlage beruhe.

Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass jeder Mensch einen individuellen Glücks-Sollwert habe. Zwar gebe es immer wieder Hochs und Tiefs – am Ende kehrt aber jeder Mensch letztlich wieder zu seinem ganz eigenen Ausgangswert wieder zurück, so die Wissenschaftler weiter. Und dennoch: auch äußere Faktoren spielen weiterhin eine wesentliche Rolle für die ganz individuellen Glücksmomente.

So fand beispielsweise eine über 75 Jahre dauernde Langzeitstudie der Harvard-University heraus, dass auch zwischenmenschliche Beziehungen einen wesentlichen Anteil am eigenen Glücksempfinden haben. Nur wenn Menschen in der Lage seien, echte und tiefe Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen, können sie wirklich glücklich sein, so die Wissenschaftler. Eine Erkenntnis, die auf nahezu alle sozialen Gefüge zutrifft.

Zudem haben weitere Befragungen ebenfalls gezeigt, dass auch der Gesundheitszustand oder eine Arbeitsaufgabe wesentliche Glückfaktoren darstellen können. So stellte eine Studie des europäischen Statistikamtes Eurostat fest, dass ein guter Gesundheitszustand der wichtigste Faktor für ein glückliches Leben darstellt.

Darüber hinaus ergab eine Befragung des Instituts der Wirtschaft aus dem Jahre 1984, dass die Deutschen vor allem der Job glücklich mache. Demnach werde die Lebenszufriedenheit in Jahren mit geringer Arbeitslosigkeit höher eingestuft als in den Jahren mit hoher Arbeitslosigkeit.

Und dennoch: “Wohlstand ist nur einer von mehreren Faktoren”, meint der niederländische Soziologieprofessor Ruut Venhoven. “Entscheidend ist vielmehr die Qualität einer Gesellschaft darüber hinaus”, weiß der Experte. (vwh/td)

bestellen_vwh

Link: Das Streben nach Glück., in: Value, Heft 2/15. (Einzelartikel zu 3,81 Euro)

Bildquelle: Fotolia

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten