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Die Rolle der Versicherer bei der Energiewende

26.08.2013 – Der GDV kündigte Anfang des Jahres an, dass die Versicherer verstärkt in die Energiewende investieren wollen und hat gleichzeitig ein Positionspapier veröffentlicht, das die Handlungsfelder zusammenfasst, die die Grundlage für ein verstärktes Engagement der Versicherer darstellen. Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung erklärte damals: „Damit Versicherer verstärkt in erneuerbare Energien investieren können, brauchen sie ein langfristig stabiles und rechtssicheres Investitionsumfeld.” Doch was wurde aus der Ankündigung des GDV, wie viel Vertrauen haben die Versicherer in die Energiewende und welche Investitionen wurden bisher getätigt?

Selbst die Politik setzt auf die Versicherer, wenn es um das Thema Energiewende geht. So haben Peer Steinbrück und Matthias Machnig am 15. August 2013 für die SPD ein „Programm zur Energiewende“ vorgelegt, das u.a. vorsieht, die neuen Vorschriften für Versicherungen (Solvency II) auf europäischer Ebene so auszugestalten, dass Versicherer mehr Kapital in den Netzausbau investieren können. Bisher hat sich jedoch an den Rahmenbedingungen kaum etwas geändert. Trotzdem halten die Versicherer an ihren Plänen fest, vermehrt in erneuerbare Energien zu investieren. Maximilian Zimmerer, im Allianz-Vorstand zuständig für die Investments, erklärt, „wir müssen unsere Kapitalanlagen heute viel breiter streuen als früher, um am Ende attraktive Renditen bieten zu können.“ Die Allianz baut daher ihr Darlehensgeschäft aus und will das Engagement bei erneuerbaren Energien steigern. Armin Sandhövel von Allianz Climate Solutions erläutert zu den konkreten Plänen der Allianz: „Mit dem Allianz Renewable Energy Fund haben wir gerade einen Spezialfonds aufgelegt, der institutionellen Investoren eine Beteiligung an Projekten im Bereich Erneuerbare Energien bietet. […] Wir sehen in Infrastruktur eine wichtige Anlageklasse und werden zukünftig hier auch weitere Produkte aufsetzen. Generell halte ich das Thema gerade mit Blick auf die private Altersvorsorge für einen ganz bedeutsamen Zukunftstrend.“
Dass die Versicherer sich für den Markt interessieren, zeigt auch eine von Swiss Re in Auftrag gegebene Studie von Bloomberg New Energy Finance (BNEF), die die sechs führenden Märkte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, Australien und China für Sonnen- und Windenergie untersucht hat. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die jährlichen Versicherungsausgaben im Bereich der erneuerbaren Energie bis zum Jahr 2020 verdreifachen könnten. Dies würde einen Anstieg von heute 850 Millionen US-Dollar auf 1,5 bis 2,8 Milliarden Dollar im Jahr 2020 bedeuten. Jürg Trüb, Head of Environmental and Commodity Markets bei Swiss Re Corporate Solutions erklärt: „Neue Solar-und Windparks erfordern enorme Investitionen. Nicht nur das, Sie fordern auch Investoren, ihr Geld in relativ neue und manchmal weniger ausgereifte Technologien zu setzen. Um Investoren zu beruhigen, brauchen sie ein solides Risikomanagement.“
Auch Thomas Blunck, Vorstand der Munich Re, kündigte an, in den kommenden Jahren das Geschäft mit erneuerbaren Energien voranzutreiben und dafür Milliarden zu investieren. Im Rahmen des Investmentprogramms RENT (Renewable Energies and New Technologies), das die Munich Re Anfang 2010 aufgelegt hatte und mit dem ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro angestrebt wird, wurden bereits zahlreiche Investitionen getätigt. Das Portfolio umfasst neben Onshore-Windkraftanlagen auch mehrere Photovoltaik-Anlagen in Deutschland und dem europäischen Ausland. Holger Kerzel, Geschäftsführer der Meag, die als Asset Manager die Kapitalanlagen für Munich Re verwaltet, erklärt: „Durch RENT diversifizieren wir unser Portfolio weiter um nachhaltige Investments mit überschaubarem Risiko und attraktiven Erträgen“.

Links: Versicherer wollen verstärkt in EE investieren, Zweistellige Renditen, Riskprofiling by Swiss Re (engl. / PDF)

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