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Die Risiken eines Versicherungsmaklers

11.06.2014 – MichaelisDie Risiken eines Versicherungsmaklers sind mannigfaltig. Der Hamburger Fachanwalt für Versicherungsrecht, Stephan Michaelis, leitet diese im Detail direkt aus dem Pflichtenkatalog ab. Nachfolgend gibt er VWheute einen Einblick in die aktuellen Fragen, die er in einem Vortrag heute bei der Deutschen Makler Akademie traktieren wird.

“Was nicht geschrieben steht, gilt als nicht beraten”, bringt es Michaelis auf den Punkt. “Es ist nicht zwingend, explizit einen Vertrag aufzusetzen. Ohne Vertrag gilt eben das Gesetz.” Individuelle Leistungen sind sowieso per Vertrag abzusichern. Das gilt insbesondere für die Begrenzung der Haftung: wird eine solche nicht ausdrücklich vereinbart, haftet der Makler in unbegrenzter Höhe.

Das aktuelle Urteil des BGH vom 26. März (IV ZR 422/12) zur Quasideckung geht auf die Rolle des Maklers im Detail ein: “Die Pflichten des Versicherungsmaklers gehen weit. Er wird als sein Interessen- oder sogar sein Abschlussvertreter angesehen. Wegen seiner umfassenden Pflichten kann der Versicherungsmakler für den Bereich des Versicherungsverhältnisses als sein treuhänderischer Sachwalter bezeichnet werden.”

Maklerpflichten

(Klicken zum Vergrößern): Die Pflichten des Versicherungsmaklers (Quelle: Kanzlei-Michaelis)

Im konkreten Fall habe der Makler bereits gegen die Pflichten verstoßen, “weil er im Rahmen der ihm obliegenden Aufgabe, den Versicherungsbedarf zu ermitteln, nicht nachgefragt hat, welche konkreten Tätigkeiten der Kläger im Rahmen seines Betriebes tatsächlich ausübt.” Es ging um die Frage, ob zu den Tätigkeiten eines Ofensetzers auch das Fliesensetzen gehört. Der Makler hatte einen entsprechenden Hinweis nicht an den Versicherer weitergegeben. Die Betriebshaftpflicht hatte die Leistung versagt.

Jetzt wird erneut über die Frage verhandelt werden, ob “der Versicherungsmakler es pflichtwidrig unterlassen hat, ein bestimmtes Risiko abzudecken.” Denn in diesem Fall kann der Versicherungsnehmer von ihm verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er den erforderlichen Versicherungsschutz erhalten (Quasideckung).

In eindrucksvollen Bildern läuft mit Stephan Michaelis die Haftungsmaschine: Besteht ein Verschulden des Maklers dreht sich das Kausalitätsrad und die Schadensschaufel. Lief alles beratungskonform oder rieselt noch etwas durch das Mitverschuldensieb?

Ob ein Verschulden des Maklers besteht, lässt sich unter anderem an folgenden Fragen feststellen: besteht überhaupt eine Vollmacht? Wie steht es um die Weitergabe von Daten des Kunden sowie der UWG Erlaubnis? Wurde das Honorar wirksam vereinbart und die Mitarbeiter umfänglich und richtig angewiesen? Wurde die Kommunikation mit dem Kunden festgehalten und die Urkunden korrekt archiviert?

Es gilt, frühzeitig Maßnahmen zur Reduzierung der Betreuungshaftung zu ergreifen. Michaelis: “Zentral ist an dieser Stelle, eine Haftungsbeschränkung zu vereinbaren.” Sehr viel Sicherheit, für Versicherungsnehmer wie für den Versicherungsmakler”, bietet mit Michaelis eine sogenannte Teilverzichtserklärung.

Allgemein gibt Michaelis folgende Tipps zur Risikominimierung:

  • Beratung regelmäßig anbieten
  • Informationsschreiben über möglichen Versicherungsschutz
  • Genereller Hinweis auf Bedingungsverbesserungen
  • Beratungsverzichtserklärung für die Betreuung vereinbaren
  • Bestandsbetreuung auf eine separate Gesellschaft deligieren
  • Haftungsbegrenzungsklausel der Höhe nach vereinbaren
  • Haftungsbegrenzungsklausel hinsichtlich des Verschuldensgrades vereinbaren
  • Jährliches Beratungsgespräch vereinbaren

(ku)

Foto: Stephan Michaelis gibt heute beim Maklertag in Kassel Einblicke in die Risiken des Versicherungsmaklers. (Quelle: Kanzlei Michaelis)

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