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Die Hälfte der Deutschen befürworten Kfz-Telematiktarife

27.09.2013 – strasse-nachtRund 50 Prozent der Deutschen können sich den Einsatz von Telematik für ihre Autoversicherung vorstellen. Die Quote erhöht sich auf 60 Prozent, wenn mit den Tarifen nach dem Motto „Pay as you drive” Kosteneinsparungen verbunden sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Beratungsunternehmens Towers Watson, welche die sechs größten europäischen Märkte unter die Lupe genommen hat.

In den untersuchten Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien zusammen genommen sagten 55 Prozent der Befragten, dass sie an diesen Tarifen Interesse haben. Bei diesen Produkten kalkuliert sich die Prämie aus der tatsächlichen Fahrzeugnutzung und der individuellen Fahrweise. Damit fällt die Zustimmung „ähnlich hoch wie in den USA” aus, heißt es bei Towers Watson. In Italien und Spanien plädierten 70 Prozent für diese Tarife.

In der Realität aber halten sich die Versicherer mit diesen Tarifen auf breiter Front noch zurück. In Deutschland hat sich diese Technologie noch nicht durchgesetzt. Die öffentlichen Versicherer haben einen Versuch mit einer Box gestartet. Die Nachfrage aber scheiterte an den Einbaukosten von 100 Euro. Aus Fachkreisen heißt es immer wieder, dass die Etablierung dieser Tarife auf dem ohnehin schon hart umkämpften Kfz-Markt mit seinen günstigen Prämien schwierig ist. Für den Großteil der Kunden seien die Einsparungen mit den Telematik-Tarifen zu gering. Wohl aber könnten bei LKW-Flotten diese Tarife vermehrt zum Einsatz kommen.

Die Umfrage von Towers Watson brachte überdies das Ergebnis, dass in Deutschland Fahrer im Alter zwischen 25 und 44 Jahren an diesen Tarifen interessiert sind. Neben den günstigen Prämien geben nach den Beobachtungen des Beratungsunternehmens auch die mit den Tarifen verbundenen Zusatzleistungen eine Anreiz. Dazu gehörten Fahrzeugrückverfolgung bei Diebstahl, automatisches Absetzen eines Notrufs und eine stetige Rückmeldung zum eigenen Fahrverhalten. Für die Zusatzdienste würden die Bürger monatlich etwa drei Euro extra bezahlen.

Die Untersuchung von Towers Watson beinhaltete auch Faktoren, die Verbraucher am Abschluss eines Telematik-Tarifs hindern könnte. Bedenken haben die Befragten europaweit „hinsichtlich der Verwendung, aber auch der Weitergabe der individuellen Daten durch die Versicherer”. Auch Europas auflagenstärkstes Club-Magazin die ADAC Motorwelt warnte kürzlich mit der Kraft eines Leitartikels unter der Überschrift „Achtung: Spion fährt mit” vor der Einführung der „Zahle nur, wie du wirklich fährst-Police”. Nach der Umfrage von Towers Watson befürchten die Verbraucher zudem eine permanenten Kontrolle durch die Versicherer sowie mögliche Prämienerhöhungen.

Foto: Neue Kommunikation für die Datenbahn (Quelle: vvw)

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