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Die Energiewende – Chancen und Risiken für die Versicherer

17.07.2013 – mannDie Versicherungswirtschaft gehört von Anfang an zu den Befürwortern des Umstiegs auf erneuerbare Energien. Über die ökologischen Aspekte eines klimaverbessernden Umstiegs hinaus setzten sie auch auf neue Märkte, die sich aus der industriell-technischen Umrüstung ergeben. Zudem bietet das Investment in Energieparks und Infrastrukturvorhaben verlässliche Renditechancen, sofern die Rahmenbedingen stimmen.

Allerdings fordern die Versicherer Planungssicherheit von der Politik, da sie langfristig rechnen müssen. Doch insbesondere bei Offshore-Windenergieanlagen, denen Experten das größte Potenzial zusprechen, den Energiebedarf der Zukunft zu decken, fehlen verlässliche Langzeiterfahrungen. Eine Einschätzung des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vom Mai 2012, die sich auf eine von Marsh durchgeführte Marktuntersuchung zu den bis 2015 konkret erwarteten Windparkprojekten in Nord- und Ostsee stützt, zeigt zwar auf, dass parallel zum Offshore-Markt auch die verfügbaren Deckungsangebote der Versicherer kontinuierlich wachsen. Marsh befürchtet jedoch, dass sich schon mittelfristig die Offshore-Risiken in der Betriebsphase insbesondere für die Netz- und Parkbetreiber zu sehr hohen Haftungs- und Risikoexponierungen aufaddieren werden, womit die Grenze der privatwirtschaftlich tragbaren Verantwortung schnell erreicht werden könnte.
Auch Rückversicherer wie Hannover Rück und Munich Re sehen große Risiken für Offshore-Windparks. Zwar hat etwa Munich Re eine Reihe von Policen für Sachschäden gezeichnet. Bei Spezialrisiken wie der Verfügbarkeit von Wartungsschiffen und dem Funktionieren der Turbinen hielt sich der Konzern lange zurück. Ende 2012 bot die Munich Re jedoch als erste Versicherungsgruppe Schutz gegen Serienschäden an Offshore-Windenergie-Anlagen an. Die Deckung sieht eine Schadensleistung für die für die Reparatur oder den Austausch von defekten Turbinen vor, falls ein Serienschaden an einer Reihe von Bauteilen auftritt. Auch die Allianz ist mit zwei Einheiten in der Versicherung von Offshore-Windparks aktiv. Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) versichert Windparks weltweit. Insgesamt ist die Allianz so bereits als Versicherer an über 30 Offshore-Wind-Projekten beteiligt. Ein weiterer Ausbau des Geschäftsfeldes ist geplant. Mit Investitionen in Offshore-Windanlagen hält sich der Konzern jedoch zurück.
Den derzeit umfassendsten Versicherungsschutz auf dem Gebiet der Offshore-Windenergie bietet Marsh an. Auch Aon bietet Versicherungskonzepte für Offshore Windenergie. Karl-Christian Hertenberger, Ingenieur und Leiter der Sparte Technische Versicherungen der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG erklärt zu den Risiken beim Bau und Betrieb von Offshore-Windparks: „Aus Versicherungssicht sind hier mögliche Serienschäden ein großes Thema – also eine Schadenursache, die sich in mehreren Anlagen entweder gleichzeitig oder zeitverzögert auswirkt.“ Auch mittelgroße Versicherer suchen zunehmend Anlagen in alternativen Energien. „Wir sind führend in der Versicherung der Windenergie“, sagt Christof Kessler, Chef von Gothaer Asset Management. „Jetzt prüfen wir auch Kapitalanlagen.“ Es gebe genügend Investoren für das Startkapital, außerdem sind die Förderbanken aktiv. „Wir suchen den Bereich dazwischen, das Mezzanine-Investment.“ […] „Renditen von elf Prozent bis 13 Prozent sind realistisch.“
Außerhalb der industriellen Stromerzeugung bot als einer der ersten Versicherer die VHV eine Elektronikversicherung für Photovoltaikanlagen an und hat heute bereits mehr als 40.000 Solaranlagen, Biogasanlagen und auch Wasserkraftwerke abgesichert. Zudem wurde die Produktlinie VHV Greenline entwickelt, die für die vielfältigen Risiken der komplexen Technologien im Bereich Solar, Biogasanlagen, Wasserkraftwerke, Kleinwind- und Geothermieanlagen gezielte Absicherung bietet.

Foto: Juwi

Link: Marsh White Paper Offshore (PDF)

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