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Die betriebliche Krankenversicherung ist ein Wachstumsbeschleuniger

13.01.2014 – kurtenbach-150Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Krankenversicherung AG und seit dem 1. Oktober 2013 auch der Gothaer Lebensversicherung AG, bewertet die Perspektiven für die betriebliche Krankenversicherung als sehr positiv. Sie habe sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt und sei vor allem zur  Mitarbeiterbindung geeignet. Kurtenbach bedauert, dass der vom Arbeitgeber gezahlte Beitrag seit Beginn dieses Jahres als geldwerter Vorteil versteuert werden muss. Die einheitliche Führung für den Lebens- und Krankenversicherer des Gothaer Konzerns sei der Situation geschuldet, dass gleiche oder ähnliche Herausforderungen bestehen würden.

VW-heute: Welche Gründe haben die Gothaer veranlasst, die Personenversicherer des Konzerns unter einheitliche Führung zu stellen?

Michael Kurtenbach: Die Kranken- und Lebensversicherer sehen sich in zunehmendem Maße mit gleichen oder ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Zu nennen sind hier insbesondere das Niedrigzinsumfeld, die demografischen Herausforderungen sowie der steigende Kostendruck, was auch die Diskussionen um die Höhe der Abschlussvergütungen einbezieht. Damit einhergehend erwarten wir mittelfristig von der einheitlichen Führung der Personenversicherer Synergien in vertrieblicher und kostenmäßiger Hinsicht.

VW-heute: Welche Potenziale sehen Sie für die betriebliche Krankenversicherung (bKV)?

Michael Kurtenbach: Die bKV ist ein noch junges Geschäftsfeld, das sich aber in den letzten Jahren erfreulich entwickelt hat. Anders ausgedrückt, die bKV, die noch wachsen und reifen muss, ist die kleine Schwester der betrieblichen Altersvorsorge. Die Herausforderungen auf der Personalseite der Unternehmen, wie der Kampf um die Talente als auch der steigende Druck, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden, erweisen sich für die bKV als Wachstumsbeschleuniger. Deshalb sehe ich die Geschäftsperspektiven auch in den nächsten Jahren sehr positiv.

VW-heute: Wie bewerten Sie die Geschäftsaussichten der betrieblichen Krankenversicherung in 2014?

Michael Kurtenbach: Leider hat sich mit Beginn des Jahres die steuerliche Behandlung von arbeitgeberfinanzierten bKV-Verträgen verschlechtert. Die veränderte steuerliche Behandlung führt dazu, dass Arbeitnehmer vom Arbeitgeber finanzierte Beiträge zu einer bKV als geldwerten Vorteil versteuern müssen. Deshalb sehe ich in 2014 den Schwerpunkt im arbeitnehmer-finanzierten Durchführungsweg.

VW-heute: Gibt es  in den Unternehmen Vorbehalte gegen die betriebliche Krankenversicherung?

Michael Kurtenbach: Vorbehalte betreffen meistens Fragestellungen wie “Was kostet mich als Arbeitgeber die Einführung einer bKV” und “Wer kümmert sich um die Installation und Pflege eines solchen bKV-Vertrages“, kurzum die Frage danach, was an Mehraufwand auf die Personalabteilungen zukommt.

VW-heute: Was würde die Absenkung der Garantieverzinsung in der Lebensversicherung ab 2015  für die Gothaer bedeuten?

Michael Kurtenbach: Die Konsequenzen wären die gleichen wie für alle Lebensversicherer. Der Vertrieb von Lebensversicherungs-Verträgen mit abgesenktem Garantiezins würde deutlich schwieriger. Es müssten Veränderungen vorgenommen werden, um die Garantie der eingezahlten Beiträge noch darstellen zu können.

VW-heute: Denkt die Gothaer über Alternativmodelle zur klassischen Lebensversicherung nach?

Wir beobachten permanent den Markt und denken natürlich auch über Alternativlösungen nach. Entschieden ist hierzu aber noch nichts.

Das Interview führte VW-heute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Foto: Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Lebens- und Krankenversicherung (Quelle: Gothaer)

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