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Die Babyboomer als Rentnerboomer noch nicht voll erschlossen

30.03.2015 – bdrd_rommeiss_150Künftig wird die Generation 65 + ein riesiges Marktpotential bieten. Zum einen natürlich mit Blick auf die längeren Lebenserwartungen. Schon heute sind über 20 Prozent der deutschen Bevölkerung über 65 Jahre. Bis 2060 wird dieser Anteil auf gut ein Drittel steigen. Das bedeutet ein größerer Anteil an Kunden wird dann älter sein als 65 Jahre. Zum anderen sind die über 65-jährigen deutlich fitter und aktiver, fasst Klaus-Dieter Rommeiß vom BDRD das Marktpotenzial der Kundengruppe “Golden Ager” zusammen.

Die “Golden Ager” machen Sport, fahren in Urlaub und gehen ihren Hobbies nach. Dadurch ist der Bedarf an adäquatem Versicherungsschutz natürlich größer als früher. Des weiteren ist die aktuelle Rentnergeneration die Wohlhabenste die es je geben wird. Die Generation 65 + verfügt über enorme Bestände an liquidem Vermögen, da Sie zum einen den kompletten Wirtschaftsboom mitgemacht haben und zum anderen von Ihren Eltern eine sehr sparsame Lebensweise mitbekommen haben, so der Bundesgeschäftsführer Bundesverband Der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. (BDRD) weiter. Im Interview mit VWheute antwortet Rommeiß auf die Frage, wie verändern sich beim Übertritt vom Erwerbsleben in den Ruhestand die Versicherungs-Bedürfnisse der Kunden?

Rommeiß: Beim Übertritt in den Ruhestand müssen einige Versicherungen auf den Prüfstand gestellt werden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist genauso sinnlos wie ein Berufsrechtschutz. Auch werden an einige Versicherungen andere Anforderungen gestellt, die für den Rentner vielleicht interessant sind. So gibt es zum Beispiel spezielle Unfallversicherungen, die auch leisten wenn sich die versicherte Person einen Oberschenkelhalsbruch aufgrund eines Sturzes zuzieht. Diese Verletzung ist im klassischen Sinne keine Leistung einer Unfallversicherung und wäre in einem herkömmlichen Produkt nicht abgedeckt. Aber einige Versicherer haben eben das Potential in der Generation 65 +  erkannt und gehen mit speziellen Tarifen auf diese Zielgruppe zu. Natürlich sind auch bei älteren Menschen pauschale Aussagen über den richtigen Versicherungsschutz, ähnlich wie bei Jungen, nicht zu treffen. Einen genauen Bedarf zu ermitteln und diesen auch adäquat abzusichern ist oft schwierig und benötigt die kompetente Beratung eines zertifizierten Ruhestandsplaners.

Gibt es dazu denn überhaupt schon die richtigen Produkte?

In einigen Bereichen sind die Versicherer dieser großen Gruppe potenzieller Kunden schon entgegen gekommen. Wie bereits unter Frage zwei erwähnt gibt es spezielle Unfallversicherungen für diese Zielgruppe. Auch einige Haftpflichtversicherungen haben die geänderten Bedürfnisse in Ihren Bedingungen verankert. In vielen Bereichen werden allerdings wichtige Bausteine noch gar nicht oder nur schlecht abgesichert. Hier hat die Assekurranz noch einen erheblichen Nachholbedarf. Diese veränderten Bedingungen an die Versicherer werden aber sicher in der nächsten Zeit aufgegriffen und umgesetzt werden, zumal auch die Gesellschaften immer auf der Suche sind sich neue Kundengruppen zu erschließen.

Welche Veränderungen sind auf Seiten des Vertriebs zu erwarten bzw. welche sind notwendig?

Der Vertrieb muss sich vor allem fachlich mehr auf die Kundengruppe 65 + vorbereiten. Eine andere Kundengruppe hat andere Ziele und Wünsche. Sie bewegen andere Themen als junge Menschen. Eine fachliche Qualifikation hin zum Thema Erben und Vererben, oder etwa das Thema Patientenverfügung wird in dieser Kundengruppe mehr und mehr nachgefragt. Hier heißt es für den Berater ein geeignetes Netzwerk aufzubauen um auch diese Themen umfassend abzudecken und rechtskonform zu beraten.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: Klaus-Dieter Rommeiß, Bundesgeschäftsführer  Bundesverband Der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. (BDRD). (Quelle: Rommeiß)

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