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Bruderland Frankreich – Versicherungskulturen ähneln sich

01.09.2014 – Für die neue Legislaturperiode des Europäischen Parlaments haben der Französische Verband der Versicherungsunternehmen (Fédération Française des Sociétés d’Assurances, FFSA) und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Erklärtes Ziel ist, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Versicherer zu wahren. Die Liberalisierung der nationalen Versicherungsmärkte auf europäischer Ebene hat bislang vor allem zu einer stärkeren Konkurrenz der Versicherer aus EU-Ländern geführt.

Wenn man sich die Zahlen ansieht, ähneln sich der deutsche und der französische Versicherungsmarkt durchaus. Gemessen am Beitragsaufkommen liegen weltweit betrachtet der deutsche Versicherungsmarkt mit dem sechsten Platz und der französische Versicherungsmarkt mit dem fünften Platz direkt beieinander. Auch mit Blick auf die Versicherungsleistungen gleichen sich die beiden Märkte. Deutschland erreicht mit 143,3 Mrd. Euro einen Anteil von 15,1 Prozent am europäischen Gesamtaufkommen von Versicherungsleistungen; Frankreich liegt knapp darüber bei 16,7 Prozent mit 158,7 Mrd. Euro Versicherungsleistungen. Beide werden in Europa nur durch Großbritannien übertroffen.

Ein großer Unterschied besteht jedoch im Bereich der Lebensversicherung. Da die Deutschen traditionell noch sehr stark auf die staatlichen Sicherungssysteme setzen, werden in Frankreich pro Kopf und Jahr für Lebensversicherungen fast doppelt so hohe Beiträge aufgebracht. 2011 standen so 1.062 investierte Euro in Deutschland 1.915 Euro in Frankreich gegenüber.

Mit der Schaffung eines EU-Binnenmarktes für Finanzdienstleistungen wurde für Versicherer der Markteintritt in andere EU-Länder erleichtert. Dennoch ist unter den jeweils zehn größten Versicherern in Deutschland und Frankreich jeweils nur ein Konzern aus dem Nachbarland vertreten. In Deutschland ist dies Axa; der Konzern rechnet hier weiterhin mit Wachstum für sein Versicherungsgeschäft. Axa-CEO Henri de Castries stellte kürzlich in einem Interview fest, dass „eine Gesellschaft, die es zu Wohlstand gebracht hat“, ihre geschaffenen Werte versichern will. Für seine Firma sieht er daher ein gutes Entwicklungspotenzial in Deutschland, auch wenn das Wachstum in Indonesien oder China durchaus höher sei.

Axa hat in Deutschland mehr als acht Millionen Kunden – die Allianz, die wiederum unter den zehn größten Versicherern in Frankreich zu finden ist, hat dort fünf Millionen Kunden. Frankreich zählt dabei zu den vier Kernmärkten der Allianz neben Deutschland, Italien und den USA. In Frankreich bezeichnet das Unternehmen sich als Marktführer bei mittelständischen Firmenkunden im Bereich Sachversicherung. Diese Stellung wurde vor allem durch die vollständige Eingliederung von Gan Eurocourtage erreicht. (mh)

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