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Deutscher Mittelstand: “Innovativ und erfolgreich”

03.11.2015 – nicole_weyerstall_zurichDer deutsche Mittelstand ist “in unheimlich vielen Branchen sehr innovativ und sehr erfolgreich unterwegs”, konstatierte Nicole Weyerstall, Vorstand im Kundensegment Mittelstand der Zurich Deutschland, auf dem Deutschen Mittelstandstag in Frankfurt. 30 Prozent der Unternehmen sind Weltmarktführer und haben “ein Produkt entwickelt, dass es in dieser Güte so noch nicht gibt”. Dies macht sie attraktiv für Investoren, aber auch angreifbar.

So scheint vielen mittelständischen Unternehmen noch immer nicht bewusst, dass sie aufgrund ihrer Attraktivität “so prominent als Zielscheibe in erster Linie” stehen, betont die Experten. Dennoch sei das Bewusstsein für den Abschluss entsprechender Cyberpolicen noch recht gering, auch wenn hier ein leichter Anstieg zu verzeichnen sei.

Wie groß die Gefahren sind, die aktuell im weltweiten Netz kursieren, skizzierte Christian Schaaf, Geschäftsführer der Münchner Unternehmensberatung Corporate Trust. Dabei konstatierte der Experte vor allem drei Gefahrenherde: Cyberspionage, die vor allem von Russland, China, Nordkorea und dem Iran aus betrieben werde, Cyberwar und Cybercrime. Dabei handele es sich bei letzterem mittlerweile “um organisierte Kriminalität” durch Hacker mit einer eigenen Infrastruktur.

Auch Zurich-Vorstand Weyerstall konstatiert im Gespräch mit VWheute ein unzureichendes Bewusstsein im Umgang mit den digitalen Gefahren. Ihre Erfahrung: “Ja, aber mich spionieren solche Profis ja nicht aus, ich bin viel zu klein, mich kennt ja niemand”. Ihre Bestandsaufnahme: Cyberattacken sind organisierte Kriminalität. Hier gelte es Aufklärungsarbeit zu leisten, denn “der deutsche Mittelstand per se ist immer Ziel von Hackern, ganz bewusst und zwar wirklich flächendeckend.” Das viele Unternehmen bei Hackerangriffen so prominent in erster Linie stehen, sei vielen Unternehmen noch nicht bewusst. Daher seien vor allem die Unternehmen für Cyberpolicen offen, die bereits einmal Ziel von Hackerangriffen geworden sind.

Weitere Herausforderungen sieht die Expertin hingegen auch der Expandierung in ausländische Märkte. Hier nennt Weyerstall zum einen die Haftung. “Die Haftungsregelungen sind in den unterschiedlichen Ländern sehr verschieden”, betont die Expertin. Darauf müsse entsprechend eingegangen werden. Ebenso zu beachten sei zudem “die Absicherung von Schäden aufgrund von “Straftaten”. Wichtig sei es daher, das Haftungsrisiko entsprechend den individuellen Anforderungen anzupassen, lautet deren Empfehlung.

Dennoch gehöre zeigt sich Weyerstall überzeugt: “Ich gehe fest davon aus, dass sich das Thema Cyber zu den größten Risiken” für den deutschen Mittelstand entwickeln werde. Der Grund: “Das Cyber-Thema ist so wenig greifbar. Man sieht es nicht, man fühlt es nicht, und wenn es passiert, ist es schon zu spät”, so der Zurich-Vorstand. Unfassbar wichtig sei daher, “proaktiv präventiv” aktiv zu werden. (td)

Bild: Nicole Weyerstall, Vorstand im Kundensegment Mittelstand der Zurich Deutschland. (Quelle: Zurich)

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