Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Deutsche Versicherer in China

15.07.2013 – autoImmer wieder kommen Analysten zum chinesischen Versicherungsmarkt zu dem Schluss, dass der Versicherungsmarkt nach wie vor stark staatlichen Eingriffen ausgesetzt ist. Den heimischen Versicherern ist es gelungen, sich zu etablieren, bevor ausländische Versicherer den Markt erobern können. Die beiden Versicherer China Life und Ping An teilen sich die Hälfte des Marktes.
Analysten und Beobachter des Versicherungsmarktes in China sehen großes Marktwachstum in den nächsten fünf bis zehn Jahren. So rechnet
Michael Menhart, Chefvolkswirt der Munich Re, mit einem durchschnittlichen jährlichen Marktwachstum von zwölf Prozent bis 2020. Für Munch-Re-Vorstand Ludger Arnoldussen und verantwortlich für das Ressort Germany, Asia, Pacific and Africa, ist China der am stärksten wachsende Versicherungsmarkt”. Wegen der wirtschaftlichen Entwicklung und des wachsenden Wohlstands sei zum Beispiel die Autoversicherung “eine ausgesprochene Boombranche”. Der weltgrößte Rückversicherer stellt seiner Aussage zufolge den dortigen Versicherern das auf etablierten Märkten gewonnene Know-how zur Verfügung und partizipiert “von der Marktdurchdringung über Quotenverträge”. Das Geschäft der ausländischen Erstversicherer gestaltet sich ungeachtet der Wachstumschancen nicht immer leicht. Beobachter sprechen aktuell von einem sinkenden, bestenfalls stagnierenden, Marktanteil. Zudem sind ausländische Versicherer nach wie vor verpflichtet, in Joint Ventures mit einheimischen Partnern zusammenzuarbeiten.
Die Bilanz der deutschen Versicherer in China ist demnach recht durchwachsen und die Markteinschätzungen fallen unterschiedlich aus. Zwar sind deutsche Versicherer zum Teil schon länger präsent, die Allianz beispielsweise seit 14 Jahren mit dem Lebensversicherungsgeschäft. Doch die großen wirtschaftlichen Erfolge haben sich bislang nicht eingestellt. Die Produkte der Allianz können erst in einem Viertel der chinesischen Provinzen vertrieben werden. Für die Zulassungen dort müssen lange Wege Schritt für Schritt gegangen werden. Erst vor kurzem gründete die Allianz ein Joint Venture, das Krankenversicherungen anbietet. 2012 kündigte
Manuel Bauer, Vorstand der Allianz mit Zuständigkeit für Wachstumsmärkte im Interview mit dem Handelsblatt offensiv an: „Wir streben unter den Ausländern die Führungsstellung an.“ Das Produktportfolio soll um Renten- und Sachversicherungen erweitert werden. Ergo denkt aktuell an den Einstieg ins Geschäft mit Lebensversicherungen im Rahmen eines geographisch beschränkten Tests, die Ergo-Tochter DKV hingegen stieg aus dem Krankenversicherungsgeschäft in China wieder aus. Talanx legte in der Vergangenheit im Erstversicherungsgeschäft keinen besonderen Fokus auf China. Der Konzern richtete seinen Blick auf Osteuropa sowie Lateinamerika aufgrund des dort attraktiven Wachstums und den weniger schwierigen Lizenzierungsverfahren, sagt Vorstand Torsten Leue. Im Rückversicherungsgeschäft hingegen sieht Talanx mit seiner Tochter Hannover Rück China als wichtigen Wachstumstreiber.
Dass in China aber nach wie vor alles möglich ist und Erfolg und Scheitern nahe beieinander liegen, zeigt die Axa. Noch 2012 wurde berichtet, die Axa habe aufgrund der schwierigen Umstände sein Engagement in China reduziert. Jetzt ist die französische Axa und ihr starker Partner, die Industrial & Commercial Bank of China, mit einem Joint Venture auf dem Markt. Axa-Chairman und Vorstandschef Henri de Castries will das Gemeinschaftsunternehmen zu einem der sechs größten Player im chinesischen Markt aufbauen. Unter den ausländischen Anbietern von Lebensversicherern ist das Axa-Gemeinschaftsunternehmen schon die Nummer eins.

Foto: Yan

Links: munichre.com, allianz.com, format.at

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten