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Deutsche verdrängen Krankheit und Pflege

30.09.2015 – Pflege_Rainer Sturm_pixelio.Viele Deutsche verschließen derzeit ihre Augen vor Themen wie Krankheit und Pflege. Etwa 59 Prozent der Bundesbürger verdrängen dies am liebsten, obwohl Pflegebedürftigkeit als Bedrohung angesehen wird. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Pflegestudie der DKV Deutsche Krankenversicherung. Besonders jüngere Menschen zwischen 30 und 39 Jahren verdrängen nach eigener Aussage dieses Thema.

“Bei Krankheit oder im Alter Pflege zu benötigen, ist die normalste Sache der Welt”, kommentiert Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV, die neue Studie. “Aber wir verdrängen diesen Gedanken. Dabei geht uns wertvolle Zeit verloren, in der wir uns um ein paar wichtige Sachen kümmern sollten”, ergänzt der DKV-Chef.

Gerade bei den entsprechenden Vorsorgeerklärungen wie der Betreuungsverfügung, der Vorsorgevollmacht und der Patientenverfügung haben vielen Menschen noch Nachholbedarf. “93 Prozent der Befragten finden es wichtig, diese Papiere für sich anzufertigen”, sagt Alexander Winkler, Pflegeexperte der DKV. Allerdings haben sich derzeit nur 20 bis 25 Prozent der Menschen tatsächlich bereits ein entsprechendes Dokument ausstellen lassen – getreu dem Motto “Man müsste mal …”.

Zudem trauen sich laut Pflegestudie viele Befragten nur sehr wenig zu. Demnach sind zwei Drittel der Meinung, sie hätten nur geringe oder gar keine Kenntnisse beim Thema Pflegeversicherung. Die große Mehrheit fühlt sich laut DKV zu Pflegethemen nur mittelmäßig bis gar nicht informiert. Allerdings heiße dies nicht, “dass sie das Thema nicht beschäftigt”, ergänzt Winkler.

Demnach haben “73 Prozent der Männer und 66 Prozent der Frauen Angst, dass ein naher Angehöriger pflegebedürftig werden könnte”. Nur etwas weniger verbreitet sei hingegen die Befürchtung, “selbst eine schwere Krankheit zu bekommen oder zu einem Pflegefall zu werden”, erklärt DKV-Pflegeexperte Winkler.

Laut DKV sind in Deutschland derzeit etwa 2,6 Mio. Menschen pflegebedürftig. Zudem gaben 60 Prozent der rund 2.000 Befragten an, bereits Erfahrungen mit dem Thema Pflegebedürftigkeit in der Familie oder bei einem Bekannten zu haben. 19 Prozent haben derzeit einen Pflegefall in ihrem Umfeld, während sechs Prozent einen Angehörigen pflegen.

“Pflege gehört bei vielen zum Alltag und wird im Alter etwa jeden dritten Mann und jede zweite Frau betreffen”, ergänzt DKV-Chef Muth. “Umso wichtiger ist es, dass wir uns fragen: Wie wollen wir leben, wenn wir pflegebedürftig sind? Wer soll uns pflegen? Wo wollen wir wohnen? Und woher kommt das Geld dazu?” Unverzichtbar sei es, solche Fragen in der Familie zu besprechen und dringende Formalitäten zu klären, solange man noch fit und gesund sei, so Muth. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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