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Deutsche haben einen schlechten Lebensstil

09.08.2016 – Gesundheitsmanagement_ThinkstockDeutschland entwickelt sich zunehmend zu einem Land der Sitzenbleiber. So geben mittlerweile rund 46 Prozent der Berufstätigen in der Bundesrepublik an, dass sie hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten. Dies geht aus dem neuen Report der DKV Deutsche Krankenversicherung und dem der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) hervor. Dabei gibt es augenscheinlich nicht nur regionale Unterschiede, sondern auch nach Bildungsgrad.

Demnach gaben mehr als 46 Prozent der Berufstätigen an, dass sie hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten. Dies betreffe vor allem Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen und höherem Einkommen. Etwa 73 Prozent der Menschen mit einer entsprechenden Tätigkeit sitzen während ihrer Arbeitszeit. “Wir arbeiten sitzend am Computer, telefonieren sitzend, und eine Besprechung ist eine ‘Sitzung’. Diese Routinen können und sollten wir ändern”, konstatiert Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV.

Dabei spielen der berufliche Abschluss und die regionale Herkunft laut Report eine nicht unwesentliche Rollen. Betrachtet man das Haushaltseinkommen, sind vor allem Geringverdiener am häufigsten während der Arbeit und des Transports körperlich aktiv. Demnach leisten etwa 30 Prozent der Befragten aus dieser Gehaltsgruppe eine körperlich intensive Arbeit. Im Vergleich dazu sind es nur 17 Prozent des Besserverdiener.

Umgekehrt scheint es hingegen bei der Freizeitgestaltung zu sein. Gaben 57 Prozent der Besserverdiener an, während ihrer Freizeit körperlich moderat aktiv zu sein, waren es in der Gruppe der Geringverdiener mit 43 Prozent weniger als die Hälfte. Weitere 14 Prozent bewegen sich hingegen weder auf dem Weg zur Arbeit noch in der Freizeit.

Im besonderen Fokus der Untersuchungen standen in diesem Jahr vor allem auch die Sitzgewohnheiten und Sitzzeiten während der Arbeit selbst. So arbeitet ein Großteil der befragten Berufstätigen (57 Prozent) insgesamt fünf Tage pro Woche zwischen 31 und 40 Stunden im Sitzen. Dabei besteht ein Großteil der Arbeit mit 48 Prozent aus einer sitzenden Tätigkeit, gefolgt vom Gehen mit 23 Prozent und Stehen mit lediglich 19 Prozent.

Auch die Sitzzeiten scheinen sehr unterschiedlich verteilt: Während 34 Prozent der Befragten höchstens 20 Prozent ihrer Arbeitszeit sitzen, sind es bei weiteren 30 Prozent der Befragten mindestens 80 Prozent ihrer Arbeitszeit im Sitzen verbringen. Gleichzeitig verbringen vor allem Berufstätige am Schreibtisch insgesamt bis zu elf Stunden am Tag am Schreibtisch. Damit ist die Sitzzeit um bis zu vier Stunden länger als die durchschnittliche Sitzzeit des Gesamtbevölkerung an einem normalen Werktag.

Regionale Unterschiede zeigen sich laut Report auch beim Thema “Sitzfleisch” und Bewegung durch Freizeit- und Transportaktivitäten. So zeigen die Arbeitnehmer in Berlin mit einer durchschnittlich Sitzdauer von 535 Minuten das größte Sitzfleisch in Deutschland, gefolgt von Hessen mit 469 Minuten sowie Niedersachsen und Bremen mit 455 Minuten. Die geringsten Sitzzeiten weisen hingegen die Arbeitnehmer in Baden-Württemberg mit 390 Minuten auf, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 400 und Bayern mit 420 Minuten.

Beim Thema “aktive Freizeitgestaltung” sieht es hingegen beinahe genau umgekehrt auf. So erreichen 32 Prozent der Berliner die WHO-Mindestempfehlungen allein durch ein aktives Freizeit- und Transportverhalten, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (30 Prozent) und Hamburg mit 29 Prozent. Schlusslichter im Länderranking bilden hingegen Bayern, Sachsen und Thüringen mit jeweils 22 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 21 Prozent. (vwh/td)

Bildquelle: Thinkstock

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