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“Der Trend geht zu mehr privater Vorsorge”

15.06.2015 – LaueNach den Jahren der Stagnation der privaten Krankenversicherung geht der Trend wieder zu mehr privater Vorsorge, sagt der PKV-Vorsitzende Uwe Laue. Mit internen Reformen arbeite “die Branche daran, dass dieses Vertrauen weiter gestärkt wird”. Im Interview mit dem Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft sprach er über die aktuelle Entwicklung in der privaten Krankenversicherung und anstehende Reformvorhaben.

So stieg die Zahl der Voll- und Zusatzversicherungen nach Angaben Laues auf insgesamt 32,76 Mio. Policen. Dabei verzeichneten die Zusatzversicherungen einen um 1,7 Prozent auf 23,93 Mio. “Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass die Menschen Vertrauen in die Private Krankenversicherung insgesamt haben”, so Laue weiter. Die “internen Reformen wie der Erweiterung des Tarifwechselrechts oder der Einführung von Mindestleistungen” arbeite die Branche daran, dass dieses Vertrauen weiter gestärkt werde.

Allerdings betonte der PKV-Präsident, dass eine Reform der “in der Kalkulationsverordnung festgelegten Schwellenwerte für Beitragsanpassungen definitiv im Interesse der Versicherten” sei. “Die heutige Regelung bewirkt, dass eine Versicherung unter Umständen mehrere Jahre hintereinander die Beiträge gar nicht anpassen darf, dann aber plötzlich in einem größeren Schritt anpassen muss. Damit kann es zu Beitragssprüngen kommen, die nicht im Interesse unserer Kunden liegen, betont Laue. Eine verstetigte “Beitragsentwicklung durch geänderte rechtliche Kalkulationsgrundlagen würde daher den Versicherten entgegenkommen”.

Bei der geplanten Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) gehe es aus Sicht der PKV vor allem darum, die “Interessen aller Beteiligen” angemessen zu vertreten. “Aus diesem und anderen Gründen haben PKV-Verband und Bundesärztekammer seit dem vergangenen Jahr intensiv über eine Reform verhandelt. Dabei waren sich beide Seiten einig, eine moderne, betriebswirtschaftlich kalkulierte Gebührenordnung schaffen zu wollen”, sagte Laue.

Nach konstruktiven Gesprächen habe man schließlich dem Bundesgesundheitsministerium im März 2015 ein “erstes gemeinsames Informationspaket übergeben werden” können. Zwar wolle und könne man dem Ministerium “bei der zeitlichen Planung nicht vorgreifen”. Allerdings strebe man an, “die gemeinsamen Vorarbeiten zügig und sorgfältig mit dem Ziel abzuschließen”, dass die neue Gebührenordnung noch in dieser Legislaturperiode in Kraft treten könne. (vwh/td)

Bild: Uwe Laue, PKV-Präsident (Quelle: Debeka)

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“Eine Reform der Schwellenwerte liegt im Interesse der Versicherten”. PKV-Präsident Uwe Laue über die aktuelle Entwicklung in der privaten Krankenversicherung und anstehende Reformvorhaben, in VW 6/15, (Einzelartikel zu 3,81 Euro)

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