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Fifa unter den Top Ten der “kontroversesten Unternehmen”

26.02.2016 – Ball_Kurt Michel_pixelioAuflösungsprozesse, ja Panik in der Führungsetage werden der Fifa aktuell nachgesagt. Korruption, Kumpanei und mangelnde Transparenz stehen in der Kritik. Der Weltfußballverband befindet sich nach wie vor im Visier von Risikoprofilern wie Reprisk, ein Unternehmen, das wie die Fifa in Zürich seinen Sitz hat. Ein veritables Feuerwerk zum Anlass der heutigen Wahl des Fifa-Präsidenten ging durch Medien.

Die ARD zeigte mit der Sendung “Die Fußball-Mafia – Blatters vergiftetes Erbe” die Baustellen auf, Arte lieferte “Die große Fifa-Story”. Das ZDF hat ein “Foulspiel der Mächtigen” erkannt und Sport Inside des WDR räumte Zweifel aus, dass die aussichtsreichen Kandidaten auf die Blatter-Nachfolge – Gianni Infantino und Scheich Salman Bin al Kahlifa – nicht in die Fußstapfen des mittlerweile suspendierten Präsidenten treten könnten.

Mittlerweile führt der Züricher Risikoprofiler Reprisk, der unter anderem namhafte Versicherer und Anlageexperten wie die Allianz Global Investors berät, Risikoprofile von über 60.000 privaten und öffentlichen Unternehmen. Die Fifa hat Reprisk-CEO Philippe Aeby längst auf dem Radar. (siehe KÖPFE). Zum dritten Mal in Folge gehört die Fifa zu den Top Ten der “Most Controversial Companies Worldwide”. Warum: Korruption, Bestechung, Erpressung, Geldwäsche und Betrug gehören zu den “Issues”, die Reprisk im Portfolio der Fifa feststellt.

Hinzu kommen schlechte Arbeitsbedingungen, Verstöße gegen die Menschenrechte und sogar Zwangsarbeit.

Sponsoren der Fifa sorgen sich um ihren Ruf

Kein Wunder, dass Sponsoren wie das Kreditkartenunternehmen Visa ernste Sorgen haben, ob ihr Geld geschäftsfördernd angelegt ist. Sony hat die Geschäftsbeziehungen bereits beendet. Der Technologiekonzern landete 2015 aber selber auf Platz 7 des Negativ-Rankings von Reprisk und genießt damit einen noch zweifelhafteren Ruf.

Im Vergleich zum Vorjahr, als die Fifa noch die Nummer eins der Unternehmen von zweifelhaftem Ruf war, konnte man den Score zum Stichtag des Reports von 78 auf 70 von möglichen 100 Maluspunkten etwas verbessern. In der Gesamtbetrachtung, die die vergangenen zwei Jahre in den Blick nimmt, ist der Wert sogar unverändert. Die Tatsache, dass andere Unternehmen aber kräftig Minuspunkte sammelten, lassen die Fifa fast aus der Top-Ten rutschen.

Die Top Ten der “Most Controversial Companies” führt die Ruihai International Logistics aus China an, die die Explosion von Tianjin zu verantworten hat und damit indirekt auch eine Rolle beim massiven Gewinneinbruch der Zurich Gruppe spielt. Die International Union of Marine Insurers (IUMI) hat jüngst im Nachgang der Katastrophe knapp sechs Mrd. Dollar an versicherten Schäden errechnet.

Ebenfalls in den Top Ten: Das Taxi-Unternehmen Uber und – wenig überraschend für 2015 – die Volkswagen AG. Ob die Fifa hier weiter Punkte sammeln kann und sich so gar wieder den Titel der “Most Controversial Company 2016″ sichern kann, hängt nicht zuletzt von den Entscheidungen heute ab.

Die Dimension der Managerhaftung berührt der Fall Blatter indes ebenfalls. Schweizer Behörden versuchen, dem 79-Jährigen kriminelles Missmanagement nachzuweisen, was Auswirkungen auf die D&O Policen hätte. (ku)

Bildquelle: Kurt Michel / pixelio.de

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