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Der digitale Fünfjahresplan der Axa

22.03.2016 – Strategie_Fotolia_104691994Seit gestern arbeitet Thomas Buberl in der Axa-Konzernspitze. Bevor er den Posten des Vorstandschefs in Paris übernimmt, lässt er sich von Vorgänger Henri de Castries einarbeiten. Die beiden feilen auch an der neuen Konzernstrategie, die im Juni vorgestellt werden soll. De Castries Vermächtnis: Er will die Axa an der Spitze der Digitalisierungsbewegung sehen.

Im Underwriting wie auch in der Prävention ergeben sich durch die Unmengen an Daten für Versicherer ganz neue Dynamiken ist Henri de Castries überzeugt. Das gelte auch für die Spielregeln. Das Bild von Risiken verändere sich schlagartig “von der Höhlenmalerei in der Höhle von Lascaux hin zu einem dreidimensionalen Bild”, gab er jüngst gegenüber der Financial Times einen Einblick in die einzuschlagende Pace. Die Digitale Transformation hat auch für Thomas Buberl höchste Priorität. Hinweise darauf, wie Buberl den kommenden Fünfjahresplan ausgestalten will, finden sich zuhauf.

“Wir müssen das Geschäft nach rechts und links aufbrechen”, forderte er unlängst. Und: “Wir müssen in den Unternehmen die Lehmschicht aufbrechen, damit die kreativen Ideen aller Mitarbeiter Gehör finden.”

Mit Dienstleistungen wie Terminbuchungen über den Krankenversicherer oder praktischer Hilfe bei der Parkplatzsuche würden die Versicherer vom klassischen ““Rechnungsbegleicher” zum Risikomanager für ihre Kunden. Auch Peer-to-Peer-Versicherungen hat er gegenüber VWheute bereits im vergangenen Herbst ins Spiel gebracht. “Die Digitalisierung ist für jeden Vertriebsweg eine Chance”, stellte er hierzu fest.

“Keiner weiß, wie Versicherung in zehn oder 20 Jahren aussieht. Eines aber ist sicher: Sie wird wesentlich digitaler sein”, erklärte Buberl gegenüber der Versicherungswirtschaft. “Um in der ‘digitalen Versicherungswelt’ zu bestehen, sind innovative Ideen gefragt. Als erster globaler Versicherer hat Axa im Silicon Valley eine Denkfabrik geschaffen, um sich mit führenden Technologieunternehmen zu verbinden und die digitale Kultur in der Gruppe voranzubringen. In Deutschland haben wir mit dem Innovation Campus eine Initiative gestartet, um gemeinsam mit jungen, unternehmerisch agierenden Gründern kreative Ansätze in versicherungsnahen Themenfeldern zu suchen – mit ersten Erfolgen.”

Unter seiner Ägide holte die Axa Michael Bongartz, der wie Buberl vom Unternehmensberater Boston Consulting Group kommt. Er soll für die Axa den digitalen Wandel im Testlabor auf der grünen Wiese vorbereiten und verantwortet die entsprechende Spezialeinheit.

Im Roundtable der Versicherungswirtschaft diagonstizierte Buberl zum Stand der Digitalisierung: “Der eben erwähnte Faktor Convenience wurde bisher nicht so adressiert, wie es nötig gewesen wäre.” Ihm geht es zentral und strategische um den hybriden Kunden und dessen Ansprache: “Wenn man sich dem Kundenwunsch entlang orientiert, muss man die Verschmelzung der Offline- und Online-Kanäle gut orchestrieren. Es genügt nicht, die physischen Produkte einfach online abzubilden. Der gesamte Verkaufsprozess muss völlig anders abgestimmt sein.” (vwh/ku)

Roundtable-Interview: Der digitale Umbruch. Versicherer suchen nach den richtigen Antworten im Spannungsfeld zwischen Produktivität und Humanität. (Einzelbeitrag)

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