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Defizite der Big Player als Einfallstor für junge Gründer

23.09.2015 – rosenbaum_VersFKreativität ist unerlässlich für die Gründung eines Start-ups, auch in der Versicherungsbranche. Das unterstreicht Markus Rosenbaum, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig, im exklusiven Interview mit VWheute. Noch sei allerdings nicht wirklich abzusehen, welche jungen Wilden gekommen sind, um zu bleiben.

VWheute: Welches sind die besonderen Anforderungen für Start-ups in der Versicherungsbranche?

Markus Rosenbaum: Die Anforderungen untergliedern sich in zwei Teile, nämlich in die allgemeinen und in die versicherungsspezifischen Anforderungen. Allgemein gilt, dass auch die “Macher” von Versicherungs-Start-ups solche Faktoren wie Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und ein gewisses Maß an Unerschrockenheit, auch gegenüber vermeintlich gesetzlichen Barrieren, mitbringen müssen. Bei den branchenspezifischen Anforderungen gilt es, Lücken im Wettbewerb der etablierten Anbieter zu finden, wobei die Erfahrung erfolgreicher Start-ups zeigt, dass es immer um eines geht: Schaffe eine neue Lösung, die Emotionen bei den Kunden weckt, eine Lösung, die die Kunden lieben werden.

VWheute: Welche Versicherer-Start-ups sind “Here to stay”?

Markus Rosenbaum: Wer tatsächlich den Sprung vom Start-up zum etablierten Player schaffen wird, ist derzeit noch nicht wirklich abzusehen. Als Versicherungsforen haben wir den Markt jedoch fortlaufend im Blick. So besuchen wir Start-up-Messen und laden selbst die Start-ups zu uns ein, etwa zu unserem Partnerkongress in der kommenden Woche. Das tun wir, um alle Initiativen zu kennen und zu analysieren. Alle Initiativen werden in unseren Forschungsdatenbanken erfasst und stehen so den Kunden der Versicherungsforen zur Verfügung.

VWheute: Haben die Start-ups das Potenzial, die Etablierten berechtigt nervös zu machen?

Markus Rosenbaum: Ob die bislang bestehenden Start-ups dieses Potenzial haben, wird sich erst noch zeigen. Ich denke, das eigentliche Potenzial liegt darin, dass die Branche mit ihren etablierten Playern in Sachen Kundenorientierung, Kundenvertrauen, Einfachheit der Produktkonzepte und Leistungen, Flexibiltät etc. alles andere als perfekt aufgestellt ist. Das ist ein mächtiges Einfallstor für alle Innovatoren. Das Tor wird allerdings durch den regulatorischen Rahmen wieder etwas verkleinert.

VWheute: Was für ein Start-up würden Sie gründen?

Markus Rosenbaum: Das Geschäftsmodell des Start-ups, das ich auf den Weg bringen würde, würde sich die Digitalisierung und die neuesten Forschungen rund um das Cognitive Computing zunutze machen. Die Zielrichtung wäre dann ein neuartiger Rundum-Versicherungsschutz für komplette Haushalte, der durch Ausgleichseffekte von Risiken bereits auf der Ebene einzelner Versicherungsverträge und durch hohe Selbstbehalte mit attraktiven Prämien angeboten werden könnte. Das wäre nicht nur innovativ, sondern würde vermutlich auch das Bedürfnis ausgewählter Zielgruppen treffen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Markus Rosenbaum, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig (Quelle: Versicherungsforen)

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