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Davos: Weltwirtschaftsforum im Zeichen der Krise

21.01.2015 – DavosWer in diesen Tagen den Schweizer Boden betritt, scheint schnell zu spüren, dass das noch junge Jahr 2015 bereits vor großen Herausforderungen steht. Nicht nur, dass die gekappte Anbindung des Schweizer Franken an den Euro eine Währungsrevolution ausgelöst hat – auch die Ereignisse von Paris und Brüssel und die damit verbundenen globalen Risiken werfen ihre Schatten auf das 45. Weltwirtschaftsforum in Davos.

Eine Rekordteilnehmerzahl von 2.500 Politikern und Top-Managern aus rund 140 Ländern wird sich in den kommenden Tagen mit den aktuellen Problemen und Risiken beschäftigen, die von einer Unsicherheit über die Zunahme des weltweiten Terrors über den Ausgang geopolitischer Friktionen bis hin zur Krise im weltweiten Währungssystem reichen.

“Davos wird in diesem Jahr ein eher nüchternes Ereignis angesichts der globalen Terrorrisiken, der geopolitischen Friktionen und des anämischen Wirtschaftswachstums in der Welt”, sagt Nariman Behravesh, Chefökonom bei der Consultingfirma IHS Global. “Die Welt driftet ökonomisch auseinander, und das muss gemanagt werden, damit es nicht zu Turbulenzen kommt.”

Aber auch die Hackordnung der wichtigsten Nationen hat sich in den vergangenen Jahren drastisch geändert: so kommt der 10. Global Risks Bericht zu dem Schluss, dass das Risiko eines internationalen Konfliktes in den kommenden zehn Jahren die größte Bedrohung für die Sicherheit der Welt darstellt. So schätzen die rund 900 befragten Experten das Risiko zwischenstaatlicher Konflikte mit regionalen Konsequenzen sogar höher ein als extreme Wetterereignisse, Regierungskrisen oder Staatszerfall.

“25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer steht die Welt wieder im Angesicht eines zwischenstaatlichen Konflikts, den es abzuwenden gilt”, meint Margareta Drzeniek-Hanouz, leitende Ökonomin des Weltwirtschaftsforums. Allerdings seien “die heutigen Mittel, mit denen sich ein solcher Konflikt austragen lässt, vielfältiger denn je sind: Man denke an Cyberangriffe, Wettlauf um Ressourcen oder Sanktionen und andere wirtschaftliche Instrumente, die in einer globalen Wirtschaft schnell ausufernden Schaden anrichten können.” Somit gelte es, Lösungen zu finden, “die mögliche Auslöser dieser globalen Risiken verhindern können”.

Dabei sehen die Experten vor allem drei potenzielle Risikokonstellationen: das Zusammenspiel von Geopolitik und Wirtschaft, die Risiken im Zusammenhang mit der raschen und ungeplanten Verstädterung in Entwicklungsländern sowie neue Technologien. “Zweifelsohne hat die Verstädterung das soziale Wohlbefinden erhöht. Wenn Städte jedoch zu schnell wachsen, steigt ihre Verwundbarkeit: Pandemien, Ausfälle von oder Angriffe auf Strom-, Wasser- oder Transportnetze sowie die Folgen des Klimawandels sind alles bedeutende Bedrohungen”, sagte Axel P. Lehmann, Chief Risk Officer der Zürich Versicherung.

Immerhin: an keinem anderen Ort als Davos treffen sich auf engstem Raum so viele Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur, um miteinander über den Zustand der Welt zu reden. Dies könnte schon zumindest ein Wert an sich sein. (vwh/td)

Bild: Davos (Quelle: Katharina Wieland-Müller/pixelio)

Link: Geopolitische Risiken zurück auf der Risikolandkarte (VWheute, 16.01.2015)

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