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Datenschutz als Wettbewerbsvorteil

25.11.2014 – Daten_Rainer Sturm_pixelioDie Versicherer haben beim Thema Big Data – mehr als andere Industrien – die Chance, eine gewisse Themenführerschaft in Medien und Politik zu übernehmen. Im Prinzip haben sie auch keine andere Wahl. Damit Datensorgen nicht zur Firewall gegen erfolgreiche Marktverbreitung werden, braucht es zentrale Bausteine des Datenschutzes.

Nicht allein Munich Re Vorstand Doris Höpke will dem Begriff des gläsernen Patienten den Schrecken nehmen. Ihre Vision: Mit Predictive Analytics könnte es bald schon möglich sein, Krankheiten zu behandeln, ehe sie ausbrechen.

Die Generali prescht ebenfalls vor und will bald den Selbstoptimierern den passenden Tarif bieten. In Südafrika ist man da schon weiter: Die Discovery-Versicherung hat eine Police im Programm, die nachweislich Gesundheitsbewussten Nachlässe im Lebensmittelhandel, bei Sportbekleidung und Freikarten fürs Kino verspricht. Kritik wird mitunter laut, manch einer sieht bereits die Logik des Versicherungsgedankens auf den Kopf gestellt.

Damit Daten tatsächlich auch als Rohstoff genutzt werden, sollten grundlegende Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Am Anfang steht mit dem Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik die Erstellung einer Datenschutz-Policy – bei jedem Unternehmen.

Bei entsprechender Handhabe kann – nicht zuletzt die Position des Bundesinnenministers Thomas de Maizère – Datenschutz zum Wettbewerbsvorteil werden. Folgende Fragen müssen sich Versicherer stellen: Liegt eine aktuelle Datenschutz-Richtlinie vor? Sind Datenschutz- und Sicherheitsmanagement aufeinander abgestimmt? Werden Änderungen im Datenschutzrecht und von anderen Rahmenbedingungen verfolgt und in den Datenschutzprozess integriert?

Die Versicherungscloud TGIC ermöglicht die Kommunikation zwischen Versicherern, Behörden und Geschäftspartnern über das Internet. Anfang des Jahres hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Cloud zertifiziert, weil sie die höchsten Sicherheitsstandards erfüllt.

Zum Code of Conduct, den die Branche zusammen mit dem Verbraucherschutz verabschiedet hat, erklärte jüngst Ulrich Eberhard, Vorstand der Huk-Coburg Versicherung: “Damit werden Millionen von Datenverarbeitungsprozessen auf eine zukunftssichere Basis gestellt, auf die alle am Prozess Beteiligten vertrauen können. Die Versicherungswirtschaft dürfte damit der erste Wirtschaftszweig sein, dem eine solch weittragende Selbstverpflichtung im Einklang mit Daten- und Verbraucherschutz gelungen ist.

Das Bewusstsein für das hochsensible Thema ist geschärft: “Die Versicherer müssen, nachdem die internen datenschutzrelevanten Prozesse durch Befolgung des Code of Conduct sichergestellt sind, im Rahmen ihres immer stärker vom Kunden nachgefragten Service sicherstellen, dass auch die von Ihnen empfohlenen Dienstleister, z.B. Anwälte, allen datenschutzrechtlichen Anforderungen genügen”, so Eberhard weiter.

Mit Hilfe von E-Health beispielsweise – klassischerweise datengetrieben – kann die Versorgungsqualität im deutschen Gesundheitswesen verbessert werden. “Wenn wir die modernen Technologien nutzen, die uns heute zur Verfügung stehen, dann ist es uns möglich, das Gesundheitswesen von seiner administrativen Last zu befreien”, sagt PKV-Geschäftsführer Christian Hälker: ” Die Kernkompetenzen können in den Vordergrund rücken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Befreien wir zum Beispiel die Ärzte von administrativen Tätigkeiten, die nicht zu ihrem Kerngeschäft gehören sollten, so können diese die eingesparte Zeit für mehr Beratungsgespräche mit den Patienten verwenden.” (ku/vwh)

Bildquelle: Rainer Sturm/ pixelio

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