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Das Gefühl der (Un)-Sicherheit

30.08.2016 – kamera_uwe_schlick_pixelio.de.jpgVerfolgt man die Nachrichten im Fernsehen und in Zeitungen, scheinen Anschläge und Überfälle zuzunehmen. Das sorgt für Ängste und das Bedürfnis nach mehr Sicherheit. Nicht immer geht es dabei um eine konkrete Gefährdungslage, sondern vielfach um ein Gefühl der Unsicherheit. Man sorgt sich um die körperliche Unversehrtheit, die Familie, das Auto oder die eigenen vier Wände. Und will sich schützen, absichern und versichern.

Natürlich, es gibt sie, die reale Kriminalität. So ist die Zahl der Wohnungseinbrüche auch 2016 erneut angestiegen. Während die Einbrüche in den vergangenen fünf Jahren um über 30 Prozent kletterten, stieg der Schadenaufwand um über 50 Prozent. Nach Schätzungen des Einbruchreports des GDV wurden 160.000 versicherte Wohnungseinbrüche registriert. Mit entsprechenden Kosten für die Versicherer. So liegt der durchschnittliche Schaden nach einem Wohnungseinbruch laut GDV bei über 3.000 Euro.

Die Sicherheitsbranche boomt und hält immer raffiniertere Methoden zur Gefahrenabwehr in den eigenen vier Wänden bereit. Ob Boden- und Radarsensoren, Lichtschranken, Laserscanner oder Kameras. Die Techniken für das “Smart Home” werden immer ausgefeilter, um Langfinger zu vertreiben. Auch die Politik mischt kräftig mit und diskutiert aktuelle Gesichtserkennung per Video auf Flughäfen und Bahnhöfen, um potenzielle Gewalttäter zu identifizieren.

Keine Frage. Das Sicherheitsgefühl der Deutschen scheint zu erodieren, wie eine Studie des Allensbach-Instituts kürzlich heraus fand. Danach fühlen sich nur noch 29 Prozent der Befragten sicher, während 70 Prozent bereits damit rechnen, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Weitere 16 Prozent fühlen sich davon sogar akut bedroht.

Nun muss man nicht gleich in eine Sicherheitshysterie verfallen, die mit der realen Bedrohungslage nicht immer übereinstimmt. Dennoch sind das Ängste nicht wegzudiskutieren und werden noch zusätzlich von der Bundesregierung befeuert, so wie jüngst mit dem neuen Zivilschutzkonzept, das die Bürger zu mehr Eigenvorsorge bei Katastrophenlagen ermuntern will.

Indes, ob das neue Zivilschutzkonzept der Bundesregierung, das jedem Privathaushalt empfiehlt, für 14 Tage einen Notvorrat bereitzuhalten, um sich im Falle von Naturkatastrophen oder Anschlägen einige Zeit selbst versorgen zu können, ausreicht, das Gefühl der Unsicherheit zu beseitigen? Brauchen wir vielleicht bald eigene Bunker im Keller oder im Garten, um uns wieder richtig sicher zu fühlen?

Wohl kaum. Immerhin zeigen die Umfragen auch, dass die große Mehrheit der Bürger, rund zwei Drittel, ihr Verhalten und ihren Lebensstil nicht ändern wollen. (vwh/mvd)

Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de

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