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Cyber-Crime: Panikmache oder reale Bedrohung?

17.07.2014 – funk_gruppe_Winte_Michael_150“Tatort Unternehmen: Wirtschaftsspionage und Cyber-Risiken – die unterschätzte Gefahr”. Unter diesem Motto veranstaltet die Funk Gruppe heute ab 13.30 Uhr im Stuttgarter Haus der Wirtschaft, im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Expertise im Austausch”, ein mit Spannung erwartetes Experiment: Im Rahmen eines Live-Hackings wird demonstriert, wie verblüffend verletzlich die heutige Cyber-Welt ist. Im Interview spricht Michael Winte von der Funk Gruppe über die tatsächlichen Risiken und antwortet auf die Frage: Cyber Crime – Panikmache oder reale Bedrohung?

Winte: Es handelt sich durchaus um eine reale Bedrohung für Unternehmen, wenngleich das Thema derzeit sehr gehypt wird. Wichtig ist zu beachten, welche Schadenszenarien für welche Unternehmen schon heute Realität sind und das Risiko „Cyber“ als Ganzes zu betrachten.

So werden neben der Internetkriminalität regelmäßig Schäden durch unachtsame Mitarbeiter, Dienstleister, Lieferanten oder Abnehmer verursacht. Neben Datenschutz- oder Vertraulichkeitsverletzungen sehen wir ein sehr großes Schadenpotenzial bei einem Ausfall oder einer Störung der Verfügbarkeit von IT-Systemen/-Infrastrukturen im Unternehmen. Denn die existenzielle Wirkung von Cyber-Risiken tritt häufig erst dann zu Tage, wenn sie den Bereich der IT verlassen und auf die analoge Wertschöpfung wirken. Neben erheblichen Kosten zur Aufklärung und Wiederherstellung kommt es häufig ebenfalls zu erheblichen Betriebsunterbrechungen.

VWheute: Welche Möglichkeiten zur Absicherung bietet der Markt?

Winte: Zum einen gibt es die „klassischen“ Versicherungsprodukte, wie beispielsweise die Betriebshaftpflicht-, Technische- oder Vertrauensschaden-Versicherung, die häufig aber nur Teilbereiche absichern, bisweilen auch nur stark sublimitiert, und zudem umfangreiche Ausschlüsse beinhalten. Daneben bietet der Markt seit einiger Zeit spezielle Cyber-Risk-Policen. Die Policen bieten neben speziellen Serviceleistungen Versicherungsschutz für Dritt- als auch für Eigenschäden und sind häufig im Bausteinsystem aufgebaut.

Versicherer bieten als Serviceleistung häufig schon vor Vertragsabschluss eine umfangreiche Risikoanalyse mit anschließender präventiver Krisenberatung an.

Im Bereich „Drittschäden“ werden zum Beispiel Ansprüche Dritter versichert, die aus Datenschutz-, Vertraulichkeits- oder Netzwerksicherheitsverletzungen entstehen. Bei Bedarf können optional Bußgelder oder auch Vertragsstrafen, wie sie etwa in der Payment Card Industry Data Security-Standards üblicherweise vereinbart sind, versichert werden.

Mit den Eigenschadenbausteinen lassen sich unter anderem Kosten versichern, die aufgrund gesetzlicher oder behördlicher Informationspflichten entstehen, weiterhin Aufklärungs- und Wiederherstellungskosten sowie Kosten für Überwachungs-/Monitoringverpflichtungen. Betriebsunterbrechungsschäden lassen sich ebenso wie Kosten für eine notwendige Krisenberatung umfangreich absichern.

Während es Unternehmen geben wird, für die alle Bausteine interessant sind, benötigen andere nur einzelne der Bausteine – das Thema Absicherung von Cyberrisiken ist höchst individuell, das muss bei der Beratung berücksichtigt werden. Standardkonzepte dürften für die Absicherung derart komplexer Risiken kaum geeignet sein.

VWheute: Hier bietet sich ein neues Geschäftsfeld für Vermittler, wie müssen sich diese auf das Thema vorbereiten? Sind diese schon darauf vorbereitet?

Winte: Wir können hier nur für uns sprechen. Funk erarbeitet derzeit mit Versicherern ein optimiertes Bedingungswerk und bietet in Kooperation mit Funk RMCE, unserer Beratungsgesellschaft für betriebswirtschaftliches Risikomanagement, eine umfassende Risikoanalyse an. Hier schaffen wir in erster Linie Risikotransparenz und erarbeiten Risikovermeidungs- und Risikostreuungsmaßnahmen sowie Notfallplanungen. Den Versicherungsschutz passen wir anschließend individuell auf die jeweilige Risikosituation der einzelnen Unternehmung an. So erhalten unsere Kunden neben dem optimierten und individuell angepassten Versicherungsschutz ein ganzheitliches Risikomanagement – was unverzichtbar ist, denn ob und welcher Versicherungsschutz benötigt wird, lässt sich nur ermitteln, wenn bekannt ist, ob und im welchem Umfang ein Risiko beim Kunden vorhanden ist.

VWheute: Wie groß ist aus Ihrer Sicht das Verständnis für das Thema Cyber-Crime im Mittelstand?

Winte: Funk RMCE hat kürzlich eine Umfrage zu diesem Thema durchgeführt. Das Ergebnis spiegelt in vielen Punkten unsere Erwartungen wieder: Die Unternehmen nehmen das Thema wahr, sehen aber für ihr Unternehmen häufig keinen Handlungsbedarf. Wir gehen davon aus, dass einige Unternehmen ihre individuelle Risikolage nicht in ausreichendem Maße kennen und nur eine geringe Vorstellung davon haben, was alles möglich ist, insbesondere in Bezug auf die Vorgehensweise von Internetkriminellen.

Die Fragen stellte Alexander Kaspar.

Bild: Michael Winte von der Funk Gruppe sieht im Mittelstand noch Aufklärungsbedarf in Sachen Cyber-Crime. (Quelle: Funk Gruppe)

Link: Einladung/Agenda (PDF)

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