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Compliance – Ein neues Normsystem für Unternehmen

08.10.2013 – ComplianceCompliance ist in aller Munde, doch was genau bedeutet das für ein Unternehmen und welche Rolle spielt Compliance in der Versicherungsbranche? Der Begriff steht für die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien sowie freiwilligen Selbstverpflichtungen durch ein Unternehmen. Durch das sogenannte Compliancemanagement sollen Regelverstöße wie z.B. Korruption verhindert werden und mit ihnen negative Konsequenzen wie Gerichtsverfahren, Bußgelder oder Imageverluste. Compliance-Maßnahmen haben also zum Ziel, Risiken zu minimieren und gleichzeitig die Effizienz und Effektivität des Unternehmens zu steigern.

Unter der Überschrift “Solvency II – Governance-Vorschriften (Säule 2)” der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) heißt es unter Artikel 46: Anforderungen an das interne Kontrollsystem und die Compliance-Funktion: Als Mindestelemente des internen Kontrollsystems sind Verwaltungs- und Rechnungslegungsverfahren, ein interner Kontrollrahmen, angemessene Melderegelungen und die Compliance-Funktion vorgeschrieben. Die Compliance-Funktion berät den Vorstand, beurteilt Auswirkungen von Rechtsänderungen auf das Unternehmen und identifiziert und beurteilt die mit der Nichteinhaltung rechtlicher Vorgaben verbundenen Risiken.

Deutsche Versicherer sind hier auf Grund der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus dem Vorjahr bereits teilweise gut aufgestellt. Zum anderen umfasst Solvency II qualitative Anforderungen an die Geschäftsorganisation der Unternehmen. So müssen die Funktionen Risikomanagement, Compliance, Interne Revision und Versicherungsmathematik integriert werden und bestimmten Anforderungen genügen. Neu gefasst werden auch die die Berichts- und Offenlegungspflichten, die eine größere Transparenz herstellen und so die Marktdisziplin fördern sollen. Versicherungsunternehmen müssen dann neben quantitativen Angaben zum Geschäftsbetrieb drei weitere Berichte an die Aufsichtsbehörde weiterleiten.
Wann Solvency II letztlich umgesetzt wird, ist auf Grund von Verzögerungen durch die Finanzkrise und nachfolgende Anpassungen noch unklar. In Deutschland soll die Solvency-II-Richtlinie mit dem Zehnten Gesetz zur Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes umgesetzt werden. Die Bundesregierung favorisiert ein schrittweises Einführen ab 2014. Das Analystenhaus Gartner empfiehlt deshalb Versicherungsunternehmen, die Zeit zu nutzen, um die eigene Systemarchitektur und Berichtsinfrastruktur im Unternehmen zu prüfen.
Ein weiteres Compliance-Thema für Versicherungen stellt die Novellierung der EU-Vermittlerrichtlinie (IMD 2) dar, durch die Verbraucherschutz und Transparenz im Finanzdienstleistungssektor gestärkt werden sollen. Sie sieht Übergangsfristen für Komposit- und private Krankenversicherungen und eine umfassende Information des Kunden über die Person und den Status des Vermittlers vor. Zudem soll die konkrete Vermittlerprovision offengelegt werden.
Während diese Entwicklungen speziell für den Versicherungssektor eine Rolle spielen, ist das Thema Compliance generell im Bewusstsein der Wirtschaft angekommen. So schreiben laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens KPMG in Deutschland 84 Prozent der börsennotierten Unternehmen Compliance eine sehr hohe Bedeutung zu. Bei den mittelständischen Unternehmen sehen 72 Prozent ein Mindestmaß an Compliance-Maßnahmen – oftmals im Rahmen ihrer internationalen Geschäftstätigkeit – als unerlässlich an.

Foto: Immer mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit: Compliance (Quelle: GDV)

Links: Compliancemagazin, Compliance-Management, Bafin-Umsetzung, Überwachungsanalyse, Auswirkung Solvency II, GDV Position, KPMG Benchmark-Studie, Handelsblatt Compliance

 

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