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Chefetagen drängen auf Pflichtversicherung zur Managerhaftung

13.02.2015 – SutoriusEine gesetzliche Pflicht zur D&O-Versicherung gibt es nicht. Das soll sich ändern. 66 Prozent aller Geschäftsführer und Vorstände fordern, dass der Gesetzgeber aktiv wird. Zugleich spricht sich ein Großteil der Befragten für eine Reform der im internationalen Vergleich sehr strengen Managerhaftpflichtgesetze aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie.

92 Prozent der Befragten drängen zudem auf eine gesetzliche Haftungsbegrenzung, insbesondere bei nur leichter Fahrlässigkeit. „Vorstellbar ist eine Deckelung beim Dreifachen des Bruttojahresfestgehaltes“, sagt Diederik Sutorius, Geschäftsführer des D&O-Spezialisten VOV, in dessen Auftrag die Studie erstellt wurde.

D&O

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Grafik: Nur ein Drittel spricht sich gegen eine Pflichtversicherung aus. (Quelle: VOV)

93 Prozent der Befragten befürworten eine Pflichtmediation im Falle eines Anspruches. 86 Prozent der Manager fordern zudem eine Abschaffung der bestehenden Beweislastumkehr im Aktiengesetz. „Diese hat ohnehin Ausnahmecharakter und stellt in der Praxis eine sehr hohe Hürde zur Verteidigung von Managerhaftpflichtansprüchen dar“, sagt D&O-Experte Sutorius. Derzeit muss ein Organmitglied beweisen, dass es sorgfältig und gewissenhaft gehandelt hat, um die Ansprüche abzuwehren. In den allermeisten anderen Rechtsstreitigkeiten zur Managerhaftung liegt diese Pflicht beim Kläger.

D&O Mediation

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Die wichtigsten Punkte im Falle einer Reform der Managerhaftung. (Quelle: VOV)

Da hierzulande immer mehr Manager wegen angeblichen Fehlverhaltens verklagt werden, findet bei ihnen ein Bewusstseinswandel statt. Zwei Drittel der Unternehmensleiter befürworten mittlerweile, dass die D&O-Versicherung zu einer gesetzlichen Pflichtversicherung wird. Ein Drittel der Firmenchefs ist zudem bereit, eine private D&O-Versicherung abzuschließen.

Jeder fünfte der Befragten hat sich bereits für diese Form der Absicherung entschieden. „Jeder in Deutschland tätige Geschäftsführer und Manager sollte über eine private D&O-Versicherung verfügen“, sagt Sutorius. „Die Bedrohungsszenarien nehmen zu, Insolvenzen und dienstvertragliche Auseinandersetzungen sind mittlerweile der Hauptgrund für D&O-Haftungsfälle“. (vwh/ku)

Bild: Diederik Sutorius, Geschäftsführer des D&O-Spezialisten VOV (Quelle: VOV)

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