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Chancen und Herausforderungen auf dem Lebensversicherungszweitmarkt

15.10.2013 – recycelnDie Lebensversicherungen stecken in Deutschland in einer Image-Krise. Eine Analyse von Morgen & Morgen, die die Angebote von rund 60 Versicherern für diverse Laufzeiten untersuchte, bestätigte mit ihrem Ergebnis das Bild der unrentablen Lebensversicherung aber nur teilweise. Zwar sind die Beitragsrenditen nach Kosten nicht mehr mit denen früherer Jahre zu vergleichen. Bei einer Laufzeit von nur zehn Jahren beträgt die Ablaufrendite durchschnittliche 1,7 Prozent und liegt damit nur knapp über der derzeitigen Inflationsrate. Ratsam sind daher lange Zeiträume. So bekommen Kunden bei einer Laufzeit von 20 Jahren Renditen von durchschnittlich 2,9 Prozent und bei 30 Jahren von rund 3,3 Prozent.

Selbst wenn als Argument oft vorgebracht, deuten auch die Daten zu vorzeitigen Kündigungen von Policen durch Versicherungsnehmer nicht auf eine geringe Attraktivität der Lebensversicherung per se hin. Seit 2000 wurden mehr als 40 Mio. Verträge aufgelöst. 2012 betrug die Stornoquote bei Lebensversicherungen laut dem Gesamtverband Deutsche Versicherungswirtschaft (GDV) 3,48 Prozent. Damit erreichte sie ihren tiefsten Stand seit 1993. Weil Kunden jedoch mit hohen Abschlägen rechnen müssen, sollten sie ihren Vertrag doch vorzeitig kündigen wollen, entwickelte sich seit der rechtlichen Zulassung 1999 ein Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Dritte übernehmen dabei vom Versicherungsnehmer dessen Ansprüche bzw. dessen Versicherungsvertrag und zahlen ihm im Gegenzug mehr als den eigentlichen Rückkaufwert seiner Police. Meist liegt der Kaufpreis zwischen zwei und sieben Prozent höher.
In Deutschland organisieren sich entsprechende Anbieter im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL), der Branchenstandards im Hinblick auf Transparenz und Vergleichbarkeit setzen will. Ihm gehören u.a. Marktgrößen wie die Policen Direkt Gruppe an, die im Vorjahr Lebensversicherungen im Wert von insgesamt 123 Mio. EUR aufkaufte. Gemäß Schätzungen des BVZL wurden seit 1999 Lebenspolicen von rund 100.000 Versicherungsnehmern mit einem Rückkaufswertvolumen von ca. 5,2 Mrd. EUR über den Zweitmarkt verkauft. Der Markt entwickelte sich jedoch sehr durchwachsen: 2009 sank das Ankaufsvolumen der BVZL-Mitglieder von 1,1 Mrd. EUR im Jahr 2006 auf rund 100 Mio. EUR und stieg auch 2012 nur auf 200 Mio. EUR. Grund für diese mäßige Entwicklung waren insbesondere die Euro- und Finanzkrise. Daneben macht die Branche aber auch die Wahrnehmung der Lebensversicherung durch den Kunden verantwortlich: „Leider haben zum Teil öffentliche, oftmals auch unsachlich geführte Diskussionen über die weitere Zukunft und eigentliche Werthaltigkeit des Assets Lebensversicherung zu einer großen Verunsicherung bei Verbrauchern und Policen-Inhabern geführt – mit entsprechenden spürbaren Auswirkungen auch auf die Entwicklung des Zweitmarkts“, so Ingo Wichelhaus, Vorstand National des BVZL. Des Weiteren erschwerten unseriöse Marktteilnehmer die Lage. Die Finanzmarktaufsicht BaFin untersagt bisher acht Anbietern das Geschäft. Auch für 2013 erwartet der BVZL für das Ankaufsvolumen von Policen nur ein langsames Wachstum. Dies gelte insbesondere, so lange das anhaltende Niedrigzinsumfeld den Abschluss neuer Verträge dämpft und die geplante geringere Beteiligung der Lebensversicherungskunden an den Bewertungsreserven der Lebensversicherer noch nicht umgesetzt ist.

Foto: Alles läßt sich recyceln, auch Lebensversicherungen – über den Zweitmarkt. (Quelle: vvw.de)

Links: Wie-das-Zinstief-die-private-Altersvorsorge-eliminiert, Historisch-niedrige-Stornoquote, Zweitmarkt-so-können-sie-ihre-Lebensversicherung-verkaufen, BVZL

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